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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Blomstrands „Chemie der Jetztzeit".

bezeichnende Atomverkettungstheorie mit der Formel C1CH 3 . CH 2. CH 2 C1 bezeichnet, hat sich keine Verschiedenheit zwischen denbeiden Chloratomen nachweisen lassen. Es ist kein Rangunter-schied vorhanden.

Die Opposition gegen die Strukturchemie in der stark negie-renden Form, wie sie Kolbe vertrat, hörte mit seinem Tode(1884) auf.

Ein Versuch, die Berzeliusschen Lehren mit der aus derTypentheorie entwickelten strukturchemischen Betrachtungsweisezu vereinen und somit eine Basis des Verständnisses und der Ver-söhnung zwischen den streitenden Lagern zu schaffen, wurde vondem Landsmann Berzelius', Fjlomstrand, in seiner „Chemie derJetztzeit" (1869) gemacht. Er wollte nachweisen, wie die neuerenTheorien nur eine konsequente, durch die Macht der Tatsachenmit Notwendigkeit hervorgerufene Entwickelung der Atomlehrevon Berzelius seien 1 ). Der einzige Mangel dieser Lehre war,daß sie den Sättigungsbegriff nicht erkannt hatte. Gerade dieser,die Wertigkeit der Atome, war für die neuere Chemie ein Haupt-fundament geworden, während für die qualitativen Begriffe, fürdie chemische Natur der Atome, die chemischen Gegensätze, aufwelche Berzelius das Hauptgewicht gelegt hatte, nur wenigRaum gelassen wurde. Die Gerhardtsche Theorie, aus derdie herrschenden Ansichten sich entwickelt hatten, war nachBlomstrand „nur eine besondere Entwickelungsphase der Atom-theorie von Berzelius, der elektrochemischen Anschauungsweiseentkleidet und äußerlich in neue fremdartige Formen gekleidet".Jede von den gegnerischen Ansichten enthielt einen wahrenKern. In den Verkettungsformeln von Kekule sah er nur eineEntwickelung der Paarungsformeln von Berzelius. „Ich mußte",äußerte er, „zu der Überzeugung gelangen, daß die beidenSeiten der Eigenschaften der Elementaratome gegenseitig von-einander abhängen, und zwar so vollständig, daß sie, streng ge-nommen, ganz in eins zusammenfallen, ich mußte in dem Gesetzeder Sättigung und dem Gesetze des Gegensatzes nur besondereÄußerungen der einen Verbindungskraft suchen." Er setzte denelektrochemischen Gegensatz als „eine qualitative Erscheinung"in den Atomen selbst ein. Die Entwickelungen Blomstrandswurden in dieser ersten so überaus erfolgreichen Periode der

!) Siehe Nekrolog über C. W. Blomstrand von P. Klason (Ber. d.Deutsch, ehem. Ges. 30, 3227 (1897).