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Einzelne Verbindungen und Körpergruppen 1851—1860.
beschriebene Acetal dar, welches sich als ein Äther des RadikalsC 2 H 4 oder C 2 H 4 (OC 2 H 5 ) 2 und also mit dem früher gewonnenenDiäthylglykol (Glykoläthyläther) isomer erwies. „Die Verschieden-heit ihrer Konstitution", äußerte Wurtz, „beruht wahrscheinlichdarauf, daß sie verschieden konstruierte Radikale C 2 H 4 enthalten,deren eins, das Äthylen, in die Zusammensetzung des Diäthyl-glykols eingeht, während das andere, das Äthyliden, im Aldehydund im Acetal enthalten ist." Indessen „wäre jede Hypothese,mit deren Hilfe man diese sonderbaren Fälle von Isomerie zu er-klären suchen könnte, verfrüht". Es gelang Beilstein, das Acetaldurch Einwirkung von Essigsäure wieder in Aldehyd zu überführen.
Eine neue allgemeine Darstellungsmethode der Aldehyde hatLimpricht und zu gleicher Zeit Piria entdeckt (1856), nämlichdie Destillation der Kalksalze der einbasischen Fettsäuren mitameisensaurem Kalk. Diese Bildungsweise war der der Ketoneaus den fettsauren Salzen ganz analog, und die angenommenenahe Beziehung zwischen diesen zwei Körpergruppen wurde hier-durch bestätigt. Die Aldehyde wurden als die Wasserstoffverbin-dungen der Säureradikale, und die Ketone als die Verbindungendieser Radikale mit Kohlenwasserstoff radikalen betrachtet. Kolbeleitete sie, wie schon erwähnt, aus der Kohlensäure ab.
Die ersten Beobachtungen über Formaldehyd rühren von But-lerow (1859) her, welcher bei Einwirkung von Silberacetat aufMethylenjodid statt des erwarteten Methylenglykols ein Polymeresdes Formaldehyds, Dioxymethylen (Paraformaldehyd) gewann.
Der in diese Periode fallenden umfassenden Untersuchungenvon Heintz über die Fette (1852—1855) ist schon gedachtworden (S. 165). Er schuf die genauen Methoden, durch welcheeine scharfe Trennung der verschiedenen in den Fetten vorkommen-den Säuren ermöglicht ist, und es gelang ihm, die Wissenschaftaus dem Chaos herauszuarbeiten, in welchem sich die Kenntnis derfesten Fettsäuren damals, trotz der zahlreichen vorausgegangenenUntersuchungen, befand.
Die Entdeckung der zweiwertigen Alkohole durch Wurtz(s. S. 204) gab Veranlassung zu einer Reihe wichtiger Unter-suchungen, die zur Gewinnung einer großen Anzahl neuer, zumTeil eigenartiger Verbindungen führten. Unter diesen ist dasÄthylenoxyd, C 2 H 4 0, zu erwähnen, welches von Wurtz (1859)aus dem Äthylenchlorhydrin (Halbchlorür des Äthylenalkohols)durch Behandlung mit Kali gewonnen wurde, und welches, nachWurtz' Worten, „eine neue Reihe von Verbindungen eröffnet, welche