Kopps Untersuchungen über Dichte und Siedepunkt.
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Während dieser Periode begegnen wir auch den ersten eigent-lich physikalisch-chemischen Untersuchungen auf dem Gebieteder organischen Chemie, nämlich den im Jahre 1841 angefangenenUntersuchungen Kopps 1 ) über das spezifische Gewicht bzw. dasspezifische Volumen und die Siedepunkte organischer Verbin-dungen. Schon im folgenden Jahre konnte er gewisse Regel-mäßigkeiten zwischen der Zusammensetzung und den genanntenEigenschaften in gewissen Körpergruppen und Reihen nachweisen.Es zeigte sich, daß eine bestimmte Differenz in der Zusammen-setzung bestimmten Veränderungen in bezug auf spezifischesVolumen und Siedepunkt entsprach. Er fand z. B. bei gleich-artigen Verbindungen eine Siedepunktserhöhung von 18° (spätergab er 19° an) für jeden Zuwachs einer Atomgruppe um CH 2 .Ähnliche Beziehungen traten auch in den spezifischen Volumender homologen Verbindungen hervor. „Die physikalischen Kenn-zeichen", sagt er, „gewinnen gewiß an Bedeutung, wenn erwiesenist, daß sie festen Normen folgen; und die Bestimmung dieserKennzeichen muß an Wichtigkeit und Genauigkeit gewinnen, daman nun die Resultate in vielen Fällen, wo analoge Verbindungenschon untersucht sind, vorausbestimmen kann, und so eine Kon-trolle für den Versuch hat." Liebig erkannte den Resultatender Kopp sehen Untersuchungen einen großen Wert zu, „insofernsie Mittel an die Hand geben, um die Richtigkeit einer Beob-achtung der Prüfung zu unterwerfen, die man vorher nicht hatte".Er machte darauf aufmerksam, daß die künftigen Beobachtungenüber die physikalischen Eigenschaften mit mehr Sorgfalt als bisdahin gemacht werden müßten. Denn die, welche vorlagen,«können in keiner Weise vollkommenes Zutrauen in Anspruchnehmen". Tatsächlich trugen die Koppschen Untersuchungen inletztgenannter Hinsicht Früchte.
Die weiteren Untersuchungen Kopps führten zu der Ein-sicht, daß gleich zusammengesetzte Verbindungen gleiche spezi-fische Volumen haben und gleicher Zusammensetzungsdifferenzgleiche Differenz der spezifischen Volumen entspricht (gültig fürsolche Temperaturen, bei welchen die Dämpfe der Flüssigkeitengleiche Spannkraft haben). Das spezifische Volumen einer Ver-bindung wäre also ausgedrückt durch die Summe der spezifischenVolumen (Atomvolumen) ihrer Bestandteile. Demselben Elementstehe wesentlich stets dasselbe spezifische Volumen zu. Durch
J ) Ann. Chem. Pharm. 40, 173; 41, 79; 55, 166 u.a.