Vorwort.
IX
versieht, es für möglich gehalten, während der jetzigen schwerenund außergewöhnlichen Verhältnisse den Druck des Werkes zubeginnen und durchzuführen, wofür ich ihm meine aufrichtigeAnerkennung ausspreche.
Die internationale Arbeit ist durch den Weltkrieg ins Stockengeraten, und viele Kulturgewinne sind, wenigstens scheinbar, ver-loren gegangen. Die direkten Ergebnisse der wissenschaftlichenForschung werden aber bestehen; kein Krieg kann sie vertilgen.So ist auch dies Werk, die Geschichte der organischen Chemie,ein Denkmal einer viele Generationen hindurch fortgesetzten,zielbewußten, internationalen Arbeit, welche die reichsten Früchtesowohl geistiger als auch materieller Art getragen hat. Ist esnicht zu hoffen, daß, wenn die Wellen des großen Kampfes sichwieder gelegt haben, das Band der friedlichen wissenschaftlichenArbeit die Kulturvölker wieder zum gemeinsamen Streben nachdenselben Zielen vereinigen wird? Und ist es wohl zu kühn,die Hoffnung zu hegen, daß vor allen die deutschen Forscher,uneingedenk des Geschehenen, bemüht sein werden, die unter-brochenen Beziehungen wieder herzustellen?
Der Nestor unter den organischen Chemikern, Adolfv. Baeyer, erreicht in kurzer Zeit das hohe Alter von 80 Jahren.Es sei mir gestattet, diese Arbeit ihm zu widmen, der sowohl alsForscher wie auch als Lehrer einen so bedeutenden Einfluß aufdie organische Chemie ausgeübt hat, und der zugleich eine ihrertypischsten Gestalten ist.
Herr Professor F. Henrich in Erlangen, selbst Fachmannauf dem Gebiete der organischen Chemie, hat mir den großenGefallen getan, die vorliegende Arbeit sowohl im Manuskriptals in Korrektur durchzugehen. Für diese wertvolle Hilfe, dieum so notwendiger war, als das Deutsche nicht meine Mutter-sprache ist, erlaube ich mir, ihm meinen besten Dank zu sagen.
Helsingfors, im Oktober 1915.
Edv. Hjelt.