IV. Anthozoen.
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springen wie Kulissen in den Centralmagen vor und teilen den peri-pheren Abschnitt desselben in zahlreiche Nischen, die Radialkammern,welche unterhalb des Schlundrohres mit dem Centralmagen zusammen-hängen, nach oben dagegen sich in das Innere der Tentakeln fortsetzen.Die Tentakeln sind demgemäß Ausstülpungen der Radialkammern undmeist in gleicher Zahl mit ihnen vorhanden. Außer den „vollständigenSepten", welche das Schlundrohr erreichen, gibt es häufig noch „unvoll-ständige", welche unterwegs mit freiem Rande aufhören (Fig I8Ä/2'- — h 4 ).
Die Septen sind Träger einer Anzahl wichtiger Organe: der Mesen-Mesenteriai-terialfilamente, der Geschlechsorgane und der Muskelfahnen. Die Mesen- ,1,amente -terialfilamente sind dicke Streifen eines an Drüsen- und Nessel-zellen reichen Epithels; sie fassen die Ränder der Septen ein wie dieEinfassung den Saum eines Kleides. Dasie viel länger sind als die Septen, zwin-gen sie die Ränder derselben, sich krau-senartig zu falten, und gewinnen dadurcheine Ähnlichkeit mit dem vielfach ge-wundenen, ebenfalls an einem krausen-artig gefalteten Mesenterium befestigtenSäugetierdarm. Ausgezeichnet durch großeContractilität dringen sie in das Gefres-sene ein oder umhüllen es allseitig undvermitteln so die intracellular erfolgendeA T erdauung. Unterhalb der Mesenterial-filamente entspringen bei gewissen Artennoch die Acontien, Fäden, die mit Nes-selkapseln dicht besetzt sind und zurVerteidigung, sei es durch die Mundöff-nung, sei es durch Poren des Mauer-blatts (Cincliden), herausgeschleudertwerden. — Die Geschlechtsorgane —nur ausnahmsweise hermaphrodit — lie-gen nach außen von den Mesenterialtila-menten als bandartige, vielfach gefalteteVerdickungen (Fig. 186 k 2 k 9 ). Ihre Ele-mente entstehen wie bei den Scypho-medusen aus dem Entoderm, werdenaber frühzeitig in die mesodermale Stütz-schicht des Septum verlagert (Fig. 188 0),von wo sie bei der Reife durch Platzender Hüllen in den Magen entleert werden.
Die Brut verläßt den Magen auf verschiedenen Stadien der Entwicklung,sei es als Planulae (Fig. 191^4). sei es als kleine, mit Tentakeln verseheneTiere.
Für die Morphologie des Corallenpolypen am wichtigsten sind end-lich die Muskelfahnen der Septen. Muskeln und Nerven findenMuskei-undsich sowohl im Entoderm als auch im Ectoderm. Während aber das ^tSm."Nervensystem sich besonders im Ectoderm entwickelt und namentlich aufder Mundscheibe eine subepitheliale, dicke Schicht von Nervenfasern undGanglienzellen erzeugt (Fig. 52 S. 80), ist die Muskulatur im Ectodermim allgemeinen schwach ausgebildet und zumeist auf Mundscheibe undTentakeln beschränkt. Um so mächtiger ist die entodermale Musku-latur. Am oberen Ende des Mauerblatts findet sich häufig ein kräftiger
Fig. 188. Querschnitt durch einSteptum von Edwardsia tuberculata.en Entoderm, ek Ectoderm, me Me-soderm, mf Muskelfahne, 0 Ovar, vMesenterialfilament.
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