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Lehrbuch der Zoologie
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Zusammenfassung.

19. Sporozoen sind parasitische Protozoen meist ohne Fortbe-wegungsorgane und ohne Mund; sie nehmen keine geformte Nahrungauf, sondern leben vom Gewebssaft. Bei ihrer wahrscheinlich stets mitBefruchtung und Wirtswechsel verbundenen Fortpflanzung erzeugt dasencystierte Tier Sporen, die sich wiederum in Sporozoite teilen. Außer-dem kommt meist noch eine zweite im Primärwirt ablaufende Vermehrungvor (Autoinfektion).

20. Vorübergehend oder dauernd in Zellen schmarotzen die Gre-garinarien (Sporen = Pseudonavicellen, Sporozoite = sichelförmigeKeime), Coccidiarien, Hämosporidien (Ursache der Malaria, Schmarotzerder Blutkörperchen).

21. Im Gewebe oder auch in Hohlorganen leben Sarcosporidien(Rainey-Mieschersche Schläuche der Säugetiermuskeln) und Myxosporidien(Psorospermienschläuche der Fische, Psorospermien = Sporen).

22. Die Ciliaten oder auch Infusorien im engeren Sinne habenzahlreiche feine, schwingende Fortsätze, die Cilien, eine feste Ober-flächenschicht (Pellicula), infolgedessen besondere Öffnungen zur Auf-nahme und Abgabe von Stoffen, Zellenmund (Cytostom) und Zellen-after (Cytopyge).

23. Am interessantesten ist das Auftreten von zweierlei Kernen,eines Geschlechtskerns (Nebenkern, Micronucleüs) und eines functionieren-den Kerns (Hauptkern, Macronucleus).

24. Bei der Conjugation werden Teile der Nebenkerne ausgetauschtund bewirken die Befruchtung. Der Hauptkern geht dabei zugrundeund wird durch ein Teilstück des befruchteten Nebenkerns ersetzt.

2^. Die Systematik der Infusorien gründet sich auf die Aus-bildungsweise und Verteilung der Wimpern.

26. Die Holotrichen haben eine totale, gleichmäßige Bewimperung.Die Heterotrichen haben außer der totalen Bewimperung besonders kräf-tige Wimpern im Umkreis des Mundes (adorale Wimperspirale). DiePeritrichen haben nur die adorale Bewimperung. Die Hypotrichenhaben auf der Bauchseite außer der Wimperspirale noch weitere, inReihen gestellte Wimpern und Wimperbüschel. Die Suctorien besitzengewöhnlich nur während der Jugendstadien Wimpern, später sitzen siefest und ernähren sich durch Saugtentakeln.

Anhang.

Der Descendenztheorie zufolge sollte man erwarten, daß Übergangs-formen zwischen Protozoen und Metazoen existieren. Als solche sinddie Calallacten besehrieben worden, Kugeln von flimmernden Zellen, diesich bei der Fortpflanzung in die einzelnen Zellen auflösen. Eigenartigevielzellige Tiere von äußerst primitivem Bau, denen im System derMetazoen schwer eine feste Stellung einzuräumen ist, sind ferner derTrichoplax adhaerens F. E. Schulze, die Salinella salve Frenzel,Lohmanella catendta Neresheimer, die Orthonectiden und die Dicye-miden. Der Trichoplax ist eine Scheibe, welche nur aus zwei epithel-artigen, durch Gallertgewebe getrennten Zellenlagen besteht; die Dicye-miden und Orthonectiden haben ein vielzelliges Ectoderm, welches heiersteren nur eine große Zelle, bei letzteren einen soliden Haufen von