Protozoen.
durch eine quere (streng genommen eine spiral angeordnete) Furche inzwei Stücke abgeteilt, welche zueinander liegen wie etwa der Kelch und
der Deckel eines Pokals. Außerdem ist einezu einem Ausschnitt verbreiterte Längsfurchevorhanden, welche die Querfurche kreuzt. AmKreuzungspunkt entspringen zwei Geißeln, vondenen die eine in der Querfurche lagert undden ungeeigneten Namen „Cilioflagellaten"veranlaßt hat, weil sie wegen ihrer undulie-renden Bewegungen lange Zeit für einen Wim-perring gehalten wurde. Im Süßwasser sindverbreitet Peridinium tabulatum Ehrb. undCeratium cornutuni Ehrb. (Fig. 139), im MeerCeratium tripos Ehrb. und die mit einem auf-fallend großenAuge versehene£ryl/iropsis agilis.
Fig. 139. Ceratium cornutum. apo vorderes Hörnmit Öffnung, rsh rechtes, aah hinteres Hörn, If Längs-furche, g Geißel, gs Geißelplatte, v Vacuole, r Rauten-platte (aus Bütschli nach Stein).
III. Ordnung. Cystoflagellaten.
Die Cystoflagellaten besitzen einen von einer Membran umschlossenenGallertkörper. Zu ihnen gehören vier äußerst interessante, in der Gestaltvoneinander sehr verschiedene Tiere, die Noctiluca miliaris (Fig. 140),der Leptodiscus medusoides (Fig. 141), Craspedotella pileolus und dasRadiozoum lobatum, alle vier ausschließlich Meeresbewohner.
Fig. 14-0. Noctilucamiliaris. A ganzesTier, n Kern, t Ten-takel , o Mundöff-nung,daneben„Zahn"und „Lippe", letzteremit f Geißel; ß, Coberes Ende derKörperblase, begin-nende und weiter fort-geschrittene Teilungin Zoosporen, D Zoo-sporen (zum Teilnach Cienkowski).
Die Noctiluca miliaris (Fig. 140) zeigt am schönsten unter denSeetieren das Phänomen des Meerleuchtens. Die kugeligen, etwa 1 mm großenKörperchen kommen in so enormen Mengen in manchen Nächtenan die Ober-fläche des Meeres, daß dieses bei geringem Wellenschlag lebhaft zu funkelnanfängt. Das Leuchten wird wahrscheinlich durch Oxydationsprozesse imProtoplasma veranlaßt, dauert aber bei Entziehung des Sauerstoffs längereZeit fort. Die Hauptmasse des Körpers ist eine Gallertkugel, welchevon einer Membran überzogen ist. Die Membran ist an einer nabeiförmigvertieften Stelle des Körpers vom Cytostom unterbrochen. An dieserStelle liegt der Kern, umgeben von einer reichlichen Menge von Proto-plasma, welches verästelte Stränge durch die gallertige Grundlage aus-sendet. Am Eingang des Cytostoms liegt ferner das wahrscheinlich nurzur Nahrungsaufnahme dienende Flagellum und der Tentakel. Letzterer