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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

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Haaren, den Tastborsten oder Tasthaaren versehen sind (Fig. 7G). Nurbei den Wirbeltieren finden die Tastnerven meist unter dem Epithelin besonders modifizierten Endorganen, den Meißnerschen oder Tast-körperchen etc.. ihr Ende. Hierher gehören auch die merkwürdigenPacinisehen Körperchen (Fig. 77).

Geruchs- und Geschmacksorgane sind nur bei den Wirbel- Geruchs-tieren mit Sicherheit bekannt. Das Geruchsorgan der Fische besteht°sSmacks-aus zwei Grübchen der Haut dorsalwärts von der Mundspalte. Bei den or s ane -luftatmenden Wirbeltieren werden die bei ihrer Anlage ebenfalls derHaut angehörenden Geruchsgrübchen in die dorsale Wand der Nasen-gaumengänge aufgenommen, zweier zur Atmung dienende]', von derKörperoberfläche zur Mundhöhle führender Kanäle. Da nun die imEpithel der Grübchen verteilten Riechzellen häufig durch Büschel vonRiechhaaren ausgezeichnet sind, da ferner auch das Epithel der Um-gebung öfters bewimpert ist, so ist man geneigt, bei wirbellosen Tieren(z. B. Medusen, Cephalopoden) flimmernde, von Nerven versorgte Haut-gruben oder Sinnesapparate in der Nachbarschaft von Atmungsorganen(Osphradium der Mollusken) für Riechorgane zu erklären. Indessengibt es Ausnahmen. Bei den Arthropoden hat das Experiment es wahr-scheinlich gemacht, daß die Antennen zum Riechen dienen. Hier kanndie Sinnesempfindung nur an gewisse modifizierte Haare, die Riech-röhrchen der Crustaceen und die Riechkegel der Insecten, geknüpftsein. Was nun die Geschmacksorgane anlangt, so wird man Nerven-endigungen im Bereiche der Mundhöhle als solche deuten, da die Ge- -schmacksorgane der Wirbeltiere, die sogenannten Geschmacksknospen,in der Mundhöhle, besonders reichlich auf der Zunge, liegen.

Gehörorgan und Auge nennt man die höheren Sinnesorgane, GeMr.weil sie für unser gesamtes Erkennen von viel größerer Bedeutung sindals die übrigen Sinnesorgane, indem sie Empfindungen vermitteln, welchequalitativ und quantitativ eine viel genauere Bestimmung zulassen. Ge-hör und Auge haben daher einen komplizierten und charakteristischerenBau, welcher ein leichtes Wiedererkennen ermöglicht, zumal da zu denSinneszellen selbst fast stets leicht kenntliche Hilfsapparate hinzutreten.

Die Gehörorgane derWirbeltiere und der meistenübrigen Tierstämme lassen sichauf eine einfache Grundform, dasHörbläschen, zurückführen(Fig. 78). Dasselbe besitzt eineepitheliale Wandung, einen flüs-sigen Inhalt, das Hörwasseroder die Endolymphe, undeinen einzigen oder zahlreichezu einem Haufen zusammenge-ballteHörsteine" oderOto-litlien". In einem bestimmtenBereich der epithelialen Wan-dung sind die Zellen zur Cristaacustica. der Hörleiste, ent-wickelt; sie stehen mit dem Hör-nerven (Nervus acusticus) in Ver-bindung und tragen die in die Endolymphe hineinragenden Hörhaare.Die Otolithen selbst sind Concretionon von kohlensaurem oder phos-

Fig. 78. Hörbläschen (Statocyste) eines Mol-lnsks (Pterotrachea). N Hörnerv, Hz Hörzellei)mit der Centralzelle, Cz, Wz Wimperzellen, OtOtolith (nach Claus).