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Alleemeine Zoologie.
Fibrillen in Fig. 25« als kleine Körner zu sehen); sie vereinigen in sichdie Doppelfunction der Epithelzelle und der Mnsktlzelle. ContractileFaserzellen sind dagegen Bindesubstanzzellen, welche sich meist all-seitig mit einem Mantel contractiler Substanz umhüllt haben; ihrer Ent-stehung entsprechend, haben sie die Form von Bindesubstanzzellen undsind spindelförmig oder verästelt, Wo Verästelungen vorkommen, sindsie namentlich an den Enden angebracht (Fig. 48). Die Gleichartigkeitder Gestalt erschwert die Unterscheidung der gewöhnlichen Bindesub-stanzzellen und Faserzellen; ist die contractile Schicht auf der Oberflächeschwach entwickelt, so kann die Unterscheidung sogar zur Unmöglichkeitwerden. In anderen Fällen dagegen ist die ein- oder vielkernige Proto-plasmamasse, die „Achsensubstanz", von der Muskelmasse, der „Rinden-schicht", durch eine scharfe Linie abgegrenzt (Fig. 48 c, d, e). Die regel-mäßige Nebeneinanderlagerung der Epithelzellen bringt es mit sich, daßdie von ihnen gebildeten Muskelfibrillen regelmäßig und parallel neben-einander lagern und so eine Schicht bilden, welche sich in Falten legt,wenn auf einem gegebenen beschränkten Raum mehr Muskelsubstanz er-zeugt werden soll (vergl. Fig. 188, 205, 206 und ihre Erklärung).
Bei Wirbeltieren und Arthropoden besteht die Körpermuskulaturaus quergestreiften Muskelfasern, den Primitivbündeln (Fig. 49). EinPrimitivbündel ist ein cylindrischer Schlauch, der durch eine structurloseHaut, das Sarcolemma, nach außen begrenzt und umhüllt wird. SeinInhalt besteht aus feinen Fibrillen, welche streng parallel zueinander unddicht zusammengefügt von einem Ende des Schlauches zum anderen ver-laufen. Jede Fibrille wird von einfach- und doppeltbrechenden Teilengebildet, welche in mehr oder minder komplizierter Anordnung mitein-ander alternieren. Da nun die doppeltbrechenden Teile der Fibrilleninnerhalb eines Bündels immer genau auf gleicher Höhe liegen, so fügensie sich zu einer queren, das ganze Bündel durchsetzenden Streifungzusammen. Zwischen die Muskelfibrillen sind endlich hier und da ein-gesprengt die Muskelkörperchen, spindelige Protoplasmakörper mit Kernen,,die Reste der Zellen, welche die Muskulatur gebildet haben. Obwohldiese Primitivbündel in ihrer Structur keinen epithelialen Charakter ver-raten, so läßt sich gleichwohl entwicklungsgeschichtlich ihre Abstammungvom Epithel der primitiven Leibeshöhle (dem als Urwirbel bezeichnetenabgesonderten Abschnitt derselben) erweisen.
4. Nervengewebe.
Wie das Muskelgewebe die Bewegungen vermittelt, so dient dasNervengewebe der Übertragung von Erregungszuständen; es pflanzt diein der Peripherie in den Sinnesorganen entstehenden Erregungen nachdem Centralnervensystem fort und vermittelt hier ihre Wahrnehmung (centri-petale Nervenbahnen); es überträgt ferner die Willensimpulse und reflek-torischen Erregungen vom Centralorgan nach der Peripherie, vor allem aufMuskulatur und Drüsengewebe (centrifugale N.). Im Nervengewebe desCentralorgans werden endlich die an verschiedenen Orten entstehendenErregungszustände kombiniert und so die Elemente geliefert zu dem,.was wir selbständige seelische Tätigkeit nennen. Der Träger der Reiz-leitung ist unzweifelhaft eine spezifische, vom Protoplasma verschiedeneSubstanz, die Nervensubstanz. Wir sprechen daher analog den Muskel-fibrillen von Nervenfibrillen, welche das Bildungsprodukt besondererNervenzellen sind. Doch sind die einschlägigen Verhältnisse noch vielumstritten.
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