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Lehrbuch der Zoologie
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Darwins Theorie von der Abstammung der Arten.

im allgemeinen wachsen, je geringer die systematische Verwandtschaftder benutzten Arten ist; 3. daß aber diese Schwierigkeiten keineswegsder systematischen Divergenz der Arten vollkommen proportional sind.

Das günstigste Untersuchungsmaterial bilden Tiere, bei denen mandie künstliche Befruchtung durchführen kann, denen man Eier undSpermatozoen entnehmen kann, um sie unabhängig vom Willen der Tierezu mischen. So gelingt es, Bastarde von Arten zu erzielen, welche ganzverschiedenen Gattungen angehören, während sehr häufig ganz nahe ver-wandte Arten sich nicht kreuzen lassen. Unter den Fischen kennt manBastarde von Abramis brama und Blicca Björkna, von Trutta salar(Lachs) und Trutta fario (Forelle); unter den Seeigeln befruchten dieSpermatozoen von Strongylocentrotus lividus mit großer Leichtigkeit dieEier von Echinus microtuberculatus, dagegen nur äußerst selten dieEier des im System viel näher stehenden Sphaerechinus granularis.Auch kommt es vor, daß die Kreuzung in einer Richtung (Männchen von aund Weibchen von b) leicht gelingt, in der anderen Richtung (Männchenvon b und Weibchen von a) vollkommen fehlschlägt, wie z. B. der Samevon Strongylocentrotus lividus wohl die Eier von Echinus microtuber-culatus befruchtet, nicht aber umgekehrt der Same von E. microtuber-culatus die Eier von St. lividus. Noch bekannter ist ein zweites Bei-spiel: daß nämlich Lachseier von Forellensamen, dagegen nicht Forellen-eier von Lachssamen befruchtet werden. Befruchtungsmöglichkeit derEier bat sich sogar ergeben, wenn man Tiere, welche verschiedenenFamilien, Ordnungen, vielleicht selbst Klassen des Tierreiches angehören,zum Experimente wählte. Eier der Schollen {Pleuronectes platessa) undLippfische (Labrus rupestris) werden von Dorschsamen (Gadus morrhua),Froscheier (Rana arvalis) von Salamandersamen (Molge alpestris und(M. taeniatus), Eier von Seesternen (Asterias Forbesi)- von Seeigelsamen(Arbacia pustulosa) befruchtet. Freilich sterben in diesen extremenFällen die Kreuzungsprodukte während der Furchung oder nach Abschlußderselben, ehe es zur Bildung einer Embryonalanlage kommt, ab.

Bei Tieren, welche eine Begattung nötig haben, wachsen die Schwie-rigkeiten des Experimentierens, da hier häufig zwischen Männchen undWeibchen verschiedener Arten eine Abneigung besteht, welche jede An-näherung vereitelt. Immerhin kennen wir auch auf diesem Gebiet Kreu-zungen verschiedener Arten; unter den Säugetieren lassen sich z. B. Pferdund Esel (Maultier, Maulesel), Rind und Zebu, Steinbock und Ziege, Schafeund Ziegen, Hunde und Schakale, Hunde und Wölfe, Hasen und Kanin-chen [Lepus Darwini) etc., unter den Vögeln verschiedene Finkenarten,weiterhin Birk-, Hasel- und Schneehühner, Wildente {Anas boschas) undSpießente [PJapila acuta), die bei uns einheimische Gans (Anser dome-sticus) und A. cygnoides kreuzen, unter den Schmetterlingen Smerinthusocellata und Sin. populi, Zygaena trifolii und Z. filipendulae, Saturniapavoniac sowohl mit S. pini, wie S. pyri, Pygaera curtula sowohl mitP. pigra wie P. anachoreta. Saturnia pavoniae ließ sich sogar mitAglia tau, Actias luna und Actias isabellae paaren; doch lieferte dieKreuzung Eier, aus denen nur bei Benutzung von A. isabellae Räupchenvon geringer Lebensenergie ausschlüpften.

b) Fmcht- Da manche Kreuzungen, wie Maultier und Maulesel, schon seit

Ssterdln 11 Jahrtausenden bekannt sind, wurde das Kriterium gleichsam eine Stufelend " weiter zurückgeschoben. Wenn die Unfruchtbarkeit sich nicht unmittel-bar bei der Kreuzung mancher Arten äußere, so solle sie sich doch an

lingen.