Druckschrift 
1 (1907) Qualitative Analyse
Entstehung
Seite
354
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

354

Andere Silicide, wie das Carborundum (SiC), lassen sich nichtdurch Salpetersäure zersetzen; durch Schmelzen mit Atzalkalien imSilbertiegel gelingt die Aufschließung leicht:

SiC + 4 KOH -f 2 H 2 0 = K 2 Si0 3 + K 2 CO s -f4H 8

und beim Ansäuern der Schmelze scheidet sich die Kieselsäure aus.Auch durch Schmelzen des durch Schlämmen erhaltenenfeinsten Pulvers und einer Mischung von Natrium-Kaliumkarbonatläßt sich das Siliciumkarbid aufschließen. Die Zersetzung erfolgtnach der Gleichung:

Na 2 C0 3 + SiC = Na 2 Si0 3 -j- C 2 l )

Die Methode der Aufschließung von Siliciden mittels Alkali-hydroxyden wendet man an, um manche Metallsilicide in Lösungzu bringen. Viele Siliciumkupferlegierungen werden kaum vonKönigswasser angegriffen. Schmilzt man sie mit Ätzkali imSilbertiegel, so bildet sich leicht Kaliumsilikat, metallisches Kupferund Wasserstoff:

SiCu 2 -f 2 KOH -f H 2 0 = K 2 Si0 3 + Cu 2 -f 2 H 2

Durch Auslaugen der Schmelze mit Wasser trennt man dasKaliumsilikat vom Kupfer.

') Vergl. 0. Mühlhäuser, Zeitso.hr. f. analyt. Ch. 1893, S. 564.