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1 (1907) Qualitative Analyse
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eine Säure in Freiheit gesetzt wird, wobei stets ein geringer Teilin Salpetersäure übergeht, welche dann nachgewiesen werdenkann, obwohl ursprünglich keine Salpetersäure zugegen war.

Große Mengen Salpetersäure neben salpetriger Säure weistman am besten nach der Methode von Piccini 1 ) nach, indem man diekonzentrierte Lösung der Salze der beiden Säuren mit einer konzen-trierten Harnstofflösung versetzt und mittels einer Pipette mit ver-dünnter Schwefelsäure unterschichtet. Dabei findet eine lebhafteStickstoffentwicklung statt, die nach wenigen Minuten aufhört:C0(NH 2 ) 2 -|- 2 HN0 2 = C0 3 -f 3 H 2 0 + 2 N 2

Harnstoff

Hat die Gasentwicklung aufgehört, so weist man die Salpeter-säure mittels der Diphenyiaminreaktion nach.

Bemerkung. Bei der Zerstörung der salpetrigen Säure mitHarnstoff, verläuft die Reaktion nicht so schnell, alsdaß sich nicht Spuren von Salpetersäure nach derfolgenden Gleichung bildeten:

3 HN0 2 = H 2 0 -f- HN0 3 -j- 2 NO

Mit dem entweichenden Stickstoff 2 ) kann man immer ganzdeutlich die salpetrigen Dämpfe riechen, oft durch Jodkaliumstärke-papier erkennen und in der Lösung die gebildete Salpetersäuremittels der Lunge sehen Diphenylaminprobc nach-weisen. Auch durch stundenlanges Kochen einer Alkalinitrit-lösung mit neutraler Salmiaklösung wird die salpetrige Säure zerstört;dabei bilden sich aber stets nachweisbare MengenSalpetersäure. 3 )

Tritt also die Diphenyiaminreaktion sehr intensiv, nachZerstörung der vorhandenen salpetrigen Säure mit Harnstoff auf,so kann man auf Anwesenheit von Salpetersäure schließen; trittaber die Reaktion nur schwach auf, so darf man nicht aufAnwesenheit der Salpetersäure schließen, weil bei der Zerstörungder salpetrigen Säure stets Salpetersäure gebildet wird.

Reaktionen auf trockenem Wege.

Durch Glühen von Mtraten der Alkalien worden dieselbenunter Abgabe von Sauerstoff in Nitrit verwandelt, das durch stärkeresGlühen in Oxyd übergeht:

KNO s = KN0 2 + 0__________ 2 KN0 2 = K 2 0 -[- 2 NO -f 0

') Zeitschrift für anal. Chemie. XIX, 354.

2 ) Sogar bei 0° C und im Kohlendioxydstrom findet diese Reaktionmerklieh statt.

s ) Durch Eindampfen mit Ammonkarbonat geht die Zersetzung kaumvon statten.