Fluor] Fluorwasserstoff.
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so starke Affinität zu fast allen Elementen, dass es trotzmannigfacher Versuche erst 1886 isolirt werden konnte.In diesem Jahre erhielt es Moissan durch Elektrolysevon wasserfreier Fluorwasserstoffsäure bei niedriger Tem-peratur als schwach gelbgrünes Gas. 1 ) Schon imDunkeln verbindet sich das Fluor mit Wasserstoff; da-her entzünden sich viele organische Körper, wie Alkohol,Aether, Terpentin u. a. im Fluorgas. Jod, Schwefel,Silicium und einige Metalle verbrennen in ihm. Wasserwird zersetzt unter Bildung von Flusssäure und ozoni-sirtem Sauerstoff. Aus Chloriden, Bromiden undJodiden macht Fluor die respectiven Elemente frei.
Seine wichtigste Verbindung, der Fluorwasserstoff,F1H, wird dargestellt durch Erhitzen von Flussspath-pulver mit concentrirter Schwefelsäure in einer Blei-oder Platinretorte, da Glasgefässe zu sehr angegriffenwerden: CaFU -f- SO4H2 = SG\tCa -f- 2 F1H. 2 ) Derwasserfreie Fluorwasserstoff ist eine farblose, sehrflüchtige, an der Luft stark rauchende Flüssigkeit vomSiedep. 19° und dem spec. Gew. 0.98 (12°). Zur Ver-flüssigung des gasförmigen Fluorwasserstoffes istaber eine Abkühlung auf —20° nothwendig 3 ); bei—102.5° wird er fest. Auch seine concentrirte wässrigeLösung, welche »Flusssäure« genannt wird, raucht ander Luft stark; beim Erhitzen derselben entweicht Fluor-wasserstoff und bei 120° destillirt eine Flusssäure vomspec. Gew. 1.15 mit 36 Proc. F1H. Die flüssige, ebensowie die gasförmige Säure sind giftig, wirken äusserstätzend, erzeugen auf der Haut schmerzhafte Wundenund Geschwüre. Mit Ausnahme von Blei, Gold undPlatin 4 ) löst Flusssäure alle Metalle zu Fluoriden 5 );
*) Moissan's Apparat bestand aus einem Platinrohr mit Fluss-spafhverschlüssen; die Anode war aus Platin-Iridium hergestellt.
2 ) Wasserfreien Fluorwasserstoff erhält man durch Erhitzenvon Fluorwasserstoff-Fluorkalium: HF1: F1K = Fl K -(- F1H.
s ) Es hängt dies damit zusammen, dass bei niederer Temperatur dasMolekül des Fluorwasserstoffs gleich 2 F1H = HF1:F1H ist!
4 ) Flusssäure wird daher in Flaschen aus Blei, Platin oder Kaut-schuk aufbewahrt.
5 ) Die Fluormetalle oder Fluoride stellt man dar durchEinwirkung von Flusssäure auf Oxyde, Hydroxyde oder Carbo-