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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Anorganische Chemie.

rauchenden Schwefelsäure, dem sog. NordhäuserVitriolöl, Acidum sulfuricum fumans. Dasselbewird technisch dargestellt durch Glühen von geröstetemEisenvitriol; 1 ) es bildet eine dicke, ölartige, an derLuft rauchende Flüssigkeit vom spec. Gew. 1.85 bis 1.9.Durch Abkühlen scheiden sich grosse, farblose Krystalleder Pyroschwefelsäure vom Schmelzp. 35° aus. Diesezerfällt beim Erwärmen in Schwefelsäure und Schwefel-trioxyd: S2O7H2 = SO4H2 -j- SOs, weshalb man um-gekehrt die Säure auch gewinnen kann durch Einleitenvon Schwefeltrioxyd in Schwefelsäure; cf pag. 287, Anm. 1.Element mit niedrigstem Atom-Gewicht in den paarenReihen der VI. Gruppe ist das

Chrom.

Cr = 52.2.

Das Chrom 2 ) findet sich in der Natur hauptsächlichals Chromeisenstein, Crz O4 Fe = Cr-2 O3 FeO, be-sonders am Ural, seltener als Rothbleierz, CrCuPb.Durch heftiges Glühen von Chromoxyd mit Kohleerhält man metallisches Chrom 3 ), ein graues, krystal-lines, glänzendes Pulver vom spec. Gew. 6.8. Es ritztGlas, schmilzt äusserst schwierig, oxydirt sich beimGlühen an der Luft nur langsam, wird von Salpetersäurenicht angegriffen, löst sich aber unter Wasserstoff-entwickelung in Salzsäure und verdünnter Schwefelsäure.

') Beim Rösten wird der Eisenvitriol, SOiFe 7 H2 O, zu-nächst wasserfrei und gellt dann in basisches Ferrisulfat,(SO4) : Fe-O-Fe : (SO4), über. Letzteres zerfällt bei Weissgluth:(SO4) -- Fe - O - Fe : (SOi) = Fe 2 Os -f- 2 SO:;, und das entweichendeSchwefeltrioxyd, SO3, wird in wenig Wasser aufgefangen. Das inden Retorten zurückbleibende Eisenoxyd bildet ein feines rothesPulver und dient unter den Namen Colcothar, Caput mortuum,.Englischroth, Polirroth, als Farbe und zum Poliren.

2 ) Die Verbindungen des Chroms sind meist lebhaft gefärbt,weshalb das Element den Namen »Chrom« (von xp ua > Farbe)erhielt.

8 ) Bequemer wird metallisches Chrom dargestellt durch Glüheneines Gemenges von Chromchlorid und Chloralkalien mit Zink unterLuftabschluss. Aus dem Regulus löst man das Zink mit Salpetersäure,,wodurch das reducirte Chrom hinterbleibt.