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Anorganische Chemie.
kohlenstoff, CS2, aus welchem er in den Formen desnatürlichen Schwefels krystallisirt. Der Schwefel schmilztbei 115.5° zu einer blassgelben, beweglichen Flüssigkeit,die beim weiteren Erhitzen, etwa 160°, braun und dick-flüssig und gegen 250° so zähflüssig wird, dass sie beimUmkehren des Gefässes nicht mehr ausfliesst; oberhalb300° wird der Schwefel wieder dünnflüssig und ver-wandelt sich bei 448° in einen braungelben Dampf. 1 )Lässt man geschmolzenen Schwefel langsam erkalten, bissich an seiner Oberfläche eine feste Kruste gebildet hat,stösst dann diese Kruste durch und giesst den nochflüssigen Schwefel aus, so finden sich an den Wändendes Tiegels biegsame, durchsichtige, bräunlichgelbeNadeln des monoklinen (prismatischen) Schwefels; spec.Gew. 1.98, Schmelzp. 120°. Diese Modification desSchwefels ist wenig beständig; nach einiger Zeit werdendie monoklinen Nadeln trübe und specifisch schwerer,indem sie unter Wärmeentwickelung in ein Aggregat derrhombischen Pyramiden des gewöhnlichen Schwefels über-gehen. Den plastischen, amorphen Schwefel erhältman durch Eingiessen von geschmolzenem und auf 230°resp. 300° erhitzten Schwefel in kaltes Wasser. Der-selbe bildet eine weiche, gelbbraune, plastische Masse,spec. Gew. 1.96, und erhärtet nach einigen Tagen, wobeier sich ebenfalls in rhombischen Schwefel verwandelt. InSchwefelkohlenstoff löst sich der plastische Schwefelnur theilweise, weshalb er aus zwei Modificationen zubestehen scheint; es hinterbleibt ein in Schwefelkohlenstoffunlösliches amorphes Pulver — unlöslicher amorpherSchwefel. Auch die Schwefelblumen sind grossen-theils in Schwefelkohlenstoff unlöslich. Ferner stellt die
x ) Bei 1000° besitzt der Schwefeldampf die normale Dichte32 (H = l), bei 500° aber die Dichte 96, weshalb bei dieser Tempe-ratur das Schwefel-Molekül aus 6 Atomen besteht; Se = 192 =2^96; c f- P a S' 18, Anm. 1. In Folge dessen darf man annehmen,dass bei noch niedrigeren Temperaturen die Schwefelmolekiilenoch complicirter zusammengesetzt sind, resp. dass der feste Schwefelaus complexen Atom-Gruppen sich aufbaut; eine verschieden grosseAnzahl solcher Atom-Gruppen im Molekül der einzelnen allotropenModificationen des Schwefels würde dann auch das Auftretenderselben in einfacher Weise erklären.
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