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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Einleitimg.

ist es demnach möglich, aus den Eigenschaften einesElementes zu schliessen auf seine Stellung im Systeme,wodurch man, sich stützend auf diejenigen Elemente,deren Stellung im Bau des Systems unzweifelhaft fest-steht, zu einer Bestimmung des Atom-Gewichtes auf reinchemischer Basis gelangt. Zudem lassen sich, wieMendel ejeff gezeigt hat, 1 ) die Atom-Gewichte derElemente aus ihren angrenzenden Analogen auf einfache

Li + B 7 + 11

Weise berechnen:Ca + Ti

Be

40+48

70.2, Ge:=

Si

44; Ga =

Sn 28 ■

2AI

= 9;In

118

2

2

Sc =

27 + 113.5

2

u. s. f., so dass der angenäherte Zahlenwerth eines Atom-Gewichtes leicht gefunden werden kann, selbst wenn, wieim Falle des Scandiums, Galliums und Germaniums, einElement noch gar nicht bekannt ist.

Zur Zeit der Aufstellung des periodischen Systemswaren nämlich die genannten drei Elemente noch voll-kommen unbekannt, und Mendel ejeff schlug vor, umkeine neuen Benennungen einzuführen, die Namen da-durch von dem Atomanalogon der Elemente abzuleiten,dass die sanskritischen Zahlwörter eka, dwi, tri, tschatur

*) Auch Loth. Meyer hat darauf hingewiesen, dass man dasperiodische System dazu benützen könne, weniger genau bestimmteAtomgewichte zu corrigiren, die Atom-Gewichte ungenügend untersuchterElemente zu bestimmen und die Existenz unbekannter Elemente, sowiederen Eigenschaften vorauszusagen. Vgl. über die Geschichte des perio-dischen Systems: Loth. Meyer, Ber. 1880. 259 und Mendelejeff,Grundlagen der Chemie, 1891. 683. 692.

2 ) Der genaue Zahlenwerth eines Atom-Gewichtes ergibt sichfast einzig und allein aus der mit möglichster Sorgfalt ausgeführtenquantitativen Analyse oder Synthese irgend einer Verbindung (gewöhn-lich Oxydj Chlorid u. s. f.) des betreffenden Elementes. Abzusehenist dabei von den gasförmigen Elementen, deren Atom-Gewichte durchBestimmung ihres specifischen Gewichtes erhalten werden; auch gestattetein von Nilson und Pettersen construirter Apparat eine sehr genaueBestimmung der Dampfdichte von bei hoher Temperatur ver-gasten Verbindungen, während für gewöhnlich die Dampfdichtebestim-mungen nur annähernde Werthe des Atom-Gewichtes liefern.