Einleitung.
31
Wasserstoff besitzen. Die Fälligkeit zur Bildimg flüchtigerWasserstoffverbindungen ist jedoch ausnahmslos vorhandenbei allen Metalloiden, 1 ) so dass im periodischen Systemdas Verhältniss zwischen Metalloiden und Metallenbesonders deutlich sich darstellt: In der ersten Periodesind fünf Metalloide — B, C, N, O, Fl, in der zweitennur vier — Si, P, S, Cl, in der dritten drei — As, Se,Br, in der vierten ebenfalls nur drei — Sb, Te, J; 2 )weitere Metalloide gibt es nicht. Hieraus folgt, dass1. die elektronegativen Metalloide jeweils das Ende einerPeriode einnehmen, während die stark elektropositiven Alkali-metalle am Anfang der Perioden stehen: von Gruppe zuGruppe findet dann mehr und mehr eine Abschwächungdes Metallcharakters und ein Uebergang zum metalloidenHabitus statt. — 2. Mit der Zunahme des Atom-Gewichteswächst auch der metallische Charakter der Elemente?)was am deutlichsten in den Verticalreihen, z. B. in derfünften Gruppe — Stickstoff ist metalloid und gasförmig,Wismuth vollkommen Metall — erkennbar wird.
In hohem Masse ergibt sich also der Gesammt-charakter eines Elementes aus seiner Stellung im perio-dischen System, die ihrerseits wieder durch das Atom-Ge-wicht des betreffenden Elementes bestimmt wird. Umgekehrt
*) Vgl. Anra. 1, pag. 20.
2 ) Zieht man daher eine Linie vom Bor bis zum Wolfram, sobesitzen die Elemente der ersten sieben Gruppen, die rechts derLinie liegen, einen mehr sauren, metalloiden, diejenigen, welchelinks der Linie liegen, basischen, metallischen Charakter; die inder Nähe der Linie befindlichen Elemente bilden den Uebergang vonden Metallen zu den Metalloiden: Antimon ist eigentlich ein metalloid-ähnliches Metall, Tellur ein metallähnliches Metalloid.
s ) Diese Zunahme des metallischen Charakters ist in jeder Gruppevorhanden, nur findet sie in den einzelnen Gruppen verschiedenenAusdruck. Bei den elektropositiven Alkalimetallen der I. Gruppezeigt sich dies an der Zunahme der Basicität mit steigendemAtomgewicht: das Cäsium ist der elektropositivste aller be-kannten Körper. Es hängt also die Zunahme des metallischen Charakterszusammen mit einer Zunahme der Basicität. Sogar bei den elektro-negativen Elementen der VII. Gruppe kommt letzteres noch zumVorschein, indem sich der metalloide Charakter vom Chlor, 35.4, biszum Jod, 126.5, ganz bedeutend abschwächt, was auch mit der That-sache, dass die rhombischen Tafeln des sublimirten Jodes starkenMetallglanz aufweisen, übereinstimmt.