V o r w o r t,
indem ich den zweiten Band meines Lehrbuches der Chemie' lle mit der Oeffentlichkeit übergebe, möge es mir vergönnt sein, dieGrundsätze, welche mich bei der Ausarbeitung desselben leiteten,111 Kürze darzulegen.
Es gibt wohl kaum einen Zweig der Naturwissenschaften, in
Welchem „das System" zu grösserer Bedeutung gelangt wäre, wie
111 der organischen Chemie. Was die organische Chemie Heute ist,
ls t sie durch die zahlreichen epochemachenden Entdeckungen, die
aus der Ausbildung des Systems hervorgewachsen sind. Die Radical-
und Typentheorie, die Lehre von der Substitution, selbst aus der
Interpretation von Thatsachen grossentheils hervorgegangen, haben
ae n Boden befruchtet, dem gegenwärtig schon so vielverheissende
Maaten entsprossen sind. Dieser Sachlage gegenüber die organischen
erbindungen in sogenannte Familien zusammenzufassen, deren
and kein in der chemischen Constitution und den genetischen
Beziehungen wurzelndes, sondern ein mehr äusserliches, vielfach auf
Ve nig wesentliche Analogien sich beziehendes ist, scheint mir nicht
ae hr an der Zeit zu sein. Müssen wir dieses Eintheilungsprincip
s Nothbehelf auch heute noch bei jenen Verbindungen anwenden,
Über deren Constitution bestimmte Anhaltspunkte nicht gewonnen
Srft d, so liegt darin geradezu eine Aufforderung, es da aufzugeben,
Vo es durch ein rationelleres ersetzt werden kann.
Ich habe demgemäss eine systematische Eintheilung überall da
Anwendung gebracht, wo sie möglich war, und alle organischen
6r bindungen, über deren chemische Constitution bestimmte An-
nten vorliegen, in der Weise in das System eingereiht, dass als