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1 (1863) Lehrbuch der anorganischen Chemie : mit Einschluss der experimentellen Technik
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Magnesium.

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pendirt und Kohlensäuregas durchgeleitet, so scheiden sich aus der ab-filtrirten Lösung kleine Prismen von der Zusammensetzung

MgO, CO, -f 3aq.,sonach kohlensaure Magnesia mit 3 Aeq. K ry stallwas ser aus.

Neutrale kohlensaure Magnesia ohne Krystallwasser findet sich inder Natur als das unter dem Namen Magnesit bekannte Mineral. Das- bildet dasselbe bildet compacte derbe Massen von weisser Farbe (dichter Magnesit) MagSt!oder Krystalle des hexagonalen Systems (Magnesitspath); in freier Koh-lensaure aufgelöst, als doppelt-kohlensaure Magnesia, findet sich die koh-lensaure Magnesia in vielen Mineralwässern. Kohlensaure Bittererde istferner ein Bestandtheil vieler pathologischer im Thierorganismus sich bil-dender Coiicremente und des Harns der Herbivoren.

Schwefelsaure Magnesia: Mg'0,S0 3 -f- 7 aq.

Syn. Bittersalz, Epsomer Salz, Sal amarum.

Wasserklare, farblose, gewöhnlich kleine Krystalle des rhombischen SchwefelSystems von ekelhaft bitter-salzigem Geschmack, in Wasser leicht löslich, tererde.Beim Erhitzen auf 150"C. verliert das Salz 6 Aeq. Krystallwasser, dassiebente aber erst bei einer Temperatur von 200° C. Lässt man dieschwefelsaure Magnesia aus ihrer wässrigen Lösung bei 30" C. krystalli-siren, so krystallisirt sie mit nur 6 Aeq. Krystallwasser in anderer Kry-st allform.

Die schwefelsaure Magnesia ist ein Bestandtheil der sogenannten Bitter-Bitter Wasser : Mineralquellen mit vorwiegendem Gehalte an die-sem Salze. Die bekanntesten derartigen Mineralquellen sind die vonEpsom in England, Saidschütz, Sedlitz und Püllna inBöhmen, Siefindet sich ferner im Meerwasser, in der Mutterlauge der Salzsoolen undwittert endlich aus manchen Mauern und Gesteinen als sogenanntes Haar-salz aus. Die Mutterlauge mancher Salzsoolen ist so reich an schwefel-saurer Magnesia, dass sie als künstliches Bittorwasser in den Handel ge-bracht und ärztlich angewendet wird. Derartige künstliche Bitterwas-ser sind das Fri e dri chshaller und das Kissinger. Die schwefel-saure Bittererde wird im Grossen aus den Bitterwassern, natürlichen wiekünstlichen, durch Abdampfen und Krystallisiren gewonnen. Auch durchBehandlung des Dolomits, einer aus kohlensaurem Kalk und kohlensaurerBittererde bestehenden Gesteinsart, kann durch Behandlung mit Schwe-felsäure schwefelsaure Magnesia gewonnen werden. Es bildet sich dabeischwefelsaurer Kalk, der sich als schwerlöslich abscheidet, und schwefel-saure Magnesia, die gelöst bleibt und durch Abdampfen krystallisirt er-halten werden kann.

S a 1 pe t er s a u r e M agn esi a: Mg 0, N0 3 -f- 6 aq.

Krystallisirt in rhombischen Säulen und Nadeln, von scharf-bitterem salpetar-Geschmack. Ist ausserordentlich leicht in Wasser löslich und zerGiesslich. BittererdeDie Krystalle verlieren beim Erhitzen 5 Aeq. Krystallwasser.