Magnesium.
451
Geschichtliches. Davy stellte die ersten Versuche zur Isoli- GesoWcht-rung des Magnesiums an, rein wurde es aber erst von Liebig und Bus sy IC ea 'erhalten. Bunsen ermittelte die Bedingungen seiner Reindarstellungauf elektrolytischem Wege (1852).
Verbindungen des Magnesiums.
Man kennt bisher nur eine Verbindung des Magnesiums mit Sauer-stoff. Das Magnesiumoxyd: Mg 0.
Magnesiumoxyd: MgO.
Syn. Magnesia, Bittererde, Talkerde.
Sehr feines, weisses, voluminöses Pulver, welches nur in den höchsten Bittererde.Hitzegraden schmilzt, von 3,65 specif. Gewicht, geschmack- und geruchlosund beinahe unlöslich in "Wasser (ein Theil Magnesia braucht 50,000 Thle.Wasser zur Auflösung). Reagirf, auf nasses geröthetes Lackmuspapiergelegt, schwach alkalisch und ist eine kräftige Salzbasis, die sich mitSäuren zu den Bittererde- oder Magnesiasalzen vereinigt. Aus der Luftzieht die Magnesia Kohlensäure an, indem sie sich damit zu kohlensaurerMagnesia verbindet.
Die Magnesia usta der Pharmacopoeen ist durch Glühen von koh- Magnesialensaurer Magnesia erhaltenes, gewöhnlich nicht ganz reines Magne-siumoxyd.
Das Magnesiumoxyd findet sich als solches rein in der Natur nicht.Mit etwas Eisenoxydul kömmt es in der Natur in Octaedern krystallisirtvor und zwar als das unter dem Namen Periklas bekannte Mineral.Dasselbe kann auch künstlich erhalten werden, und zwar durch Glühenvon Magnesia und Eisenoxyd im Strome des Chlorwasserstoffgases. Manerhält reines Magnesiumoxyd durch anhaltendes Glühen der kohlensaurenBittererde.
Das Magnesiumoxyd findet in der Medicin als Arzneimittel und alsGegengift bei Arsenikvergiftungen Anwendung, indem es sich mit derarsenigen Säure zu einer unlöslichen, und daher keine weiteren giftigenWirkungen äussernden Verbindung vereinigt.
Magnesiumoxydhydrat: MgO,HO.
Magnesiahydrat, Bittererdehydrat.
Das Magnesiumoxyd erhitzt sich mit Wasser nicht, verbindet sich Bitteierde-aber damit allmählich zu Hydrat, welches entweder ein weisses, leichtes, y atgeschmack- und geruchloses Pulver, oder eine halbdurchsichtige sprödeMasse darstellt. Ist in Wasser so gut wie unlöslich und verliert das Hy-dratwasser bei gelindem Erhitzen.
29»