Chromogene und Farbstoffe.
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Praktische Bemerkungen. Der Indigo ist eines der technisch wich- praktischeWgsten Färbematerialien und zwar ist er eine sogenannte Substantive Farbe, P 6mer -a - h. eine solche, die sich auf organische Grewebe ohne Anwendung eines Beiz-ttdttels dauernd fixirt.
Man färbt mit Indigo auf zweierlei Weise: mittelst einer Auflösung des Iudigo-Indigos in Schwefelsäure, die vorher hinreichend mit Wasser verdünnt sein färbc ™>-ttiuss (Sächsisch-Blaufärberei), oder mittelst sogenannter Indigküpen,worunter man Flüssigkeiten versteht, die das Chromogen des Indigos ge-löst enthalten. Man gewinnt derartige Flüssigkeiten, wenn man Indigo durchEisenvitriol und Kalk bei Gegenwart von Wasser, auch wohl durch faulendenHarn, Auripigment (dreifach Schwefelarsen), nicht selten unter Zusatz vonWaid zu Indigweiss reducirt und dann die zu färbenden Zeuge mit derLösung desselben tränkt. Bei Zutritt der Luft werden sie dann dauernd blaugefärbt.
Chlorophyll. Blattgrün.
Unter dieser Benennung versteht man den verbreitetsten Farbstoff Chioro-des Pflanzenreichs, den grünen Farbstoff der Blätter und aller grünen p ' yPflanzentheile überhaupt. Im Allgemeinen beobachtet man eine grüneFärbung nur an solchen Theilen der Pflanze, die dem Einflüsse des Lich-tes ausgesetzt sind. Es findet sich ferner das Chlorophyll immer inner-halb der Zellen, in Gestalt der sogenannten Chlorophyllkörner, welcheaber keineswegs aus reinem Farbstoff bestehen, sondern ein GemengeVerschiedener Stoffe darstellen. Ueberhaupt ist die Menge des Farbstoffsauch in den gesättigt grünen Theilen der Pflanzen ausserordentlich gering,s o dass es schwer hält, eine nur einigermaassen erhebliche Menge des-selben zu gewinnen. Dies ist auch der Grund, warum unsere Kennt-nisse über diesen Farbstoff nur sehr unvollständig sind. Aether ziehtaus den grünen Pflanzentheilen das Chlorophyll aus, allein gleichzeitigauch noch andere Stoffe. Zur weiteren Reinigung behandelt man denRückstand der ätherischen Lösung mit Alkohol, worin sich das Chloro-phyll mit grüner Farbe löst, während Wachs und andere Stoffe ungelöstbleiben, dampft wieder ab, löst in Salzsäure, fällt aus der salzsaurenLösung den Farbstoff durch Wasser, löst in Kalilauge und fällt durchEssigsäure.
So dargestellt ist das Chlorophyll eine dunkelbaue, erdige, in Was-ser unlösliche, in Alkohol, Aether, Säuren und Alkalien bei reflectirtemLichte mit grüner, bei durchfallendem mit blutrother Färbung löslicheMasse, die sich erst über 200° C. erhitzt, zersetzt.
Durch das Sonnenlicht werden seine Lösungen gelb gefärbt, ebensowird seine salzsaure Lösung durch metallisches Zink verändert, nimmtman jedoch das metallische Zink heraus und dampft die Lösung ab, sofärbt sie sich wieder grün. Durch Salpetersäure wird das Chlorophyllebenfalls entfärbt. Das Chlorophyll ist demnach eine sehr unbeständigeFarbe. Seine Zusammensetzung ist noch nicht genau bekannt, doch solles Eisen enthalten.
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