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2 (1868) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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603
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Chromogene und Farbstoffe

G03

Farbenver-ärulerupgender Farb-stoffe.

der Farbstoff oxydirt. Zu derartigen Farbstoffen gehört unter anderender Indigo.

Farbenveränderungen erleiden die Pigmente:

a. Durch Säuren. Durch Säuren werden manche blaue Farbstoffe(z. B. Lackmus) roth, rothe gelb gefärbt. Ihre Wirkung im Allgemeinenhängt aber von ihrem Concentrationsgrade und anderen Verhältnissen ab.

b. Durch Alkalien. Die durch Säuren hervorgerufenen Verände-rungen der Farbstoffe werden durch Alkalien wieder aufgehoben. Sowerden durch Säuren geröthete blaue Pigmente durch Alkalien wiederblau. Sie verwandeln ferner mehrere gelbe Farbstoffe in Braun oderRoth, einige blaue und rothe in Grün u. s. w.

c. Durch andere Metalloxyde. Die durch Metalloxyde in denAuflösungen der Pigmente erzeugten Niederschläge: die Lacke, zeigenhäufig nicht die Farbe des ursprünglichen Pigments, sondern davonverschiedene. Die Färberei macht von dieser Thatsache vielfachenGebrauch.

Noch muss endlich des Verhaltens der Farbstoffe gegen thieri- Vorhaltensehe Kohle Erwähnung geschehen. Wie bereits im I. Bande dieses Wer- stoffegogeakes, 3 Aufl. S. 315, erörtert wurde, besitzt die Thierkohle, d. h. die Kohle,durch Verkohlen thierischer Substanzen erhaltene Kohle, ein eminentesEntfärbungsvermögen für organische Farbstoffe, wobei der Farbstoff inder Kohle unverändert fixirt bleibt; denn zieht man die Kohle mit Kali-lauge aus, so löst diese den Farbstoff wieder auf. Von dem Entfärbungs-vermögen der Thierkohle macht man vielfache technische Anwendungen.Auch im Kleinen wird die Thierkohle in den Laboratorien angewendet,wenn es sich darum handelt, gefärbte Lösungen zu entfärben, gefärbteKrystalle farblos zu erhalten u. s. w.

Wir wollen nun die wichtigeren Farbstoffe, so wie sie praktischeAnwendung finden und ihre näheren wichtigeren Bestandteile abhandeln.

a. Pflanzliche Farbstoffe.Farbstoffe und Chromogene der Flechten.

In der Familie der Flechten (LicJicnes) sind gewisse Verbindungen Allgemeine*ziemlich allgemein verbreitet, die entweder Chromogene sind, oder durchverschiedene Einwirkungen sich in der Art spalten, dass eines der Spal-tungsproduete ein Chromogen ist. Viele derartige Verbindungen könnenals gepaarte Verbindungen eines und desselben Chromogens mit verschie-denen anderen Materien (meist Säuren) angesehen werden. Häufig end-lich ist das durch Spaltung entstandene Chromogen selbst wieder eine