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2 (1868) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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598
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Chryaam-

minamid.

Amido-

chrysam-

miasäuro

und Hy-

droehrys-

amid.

Ist Lochstgiftig.

Athaman-thin

geht beimKochenmit Säurenin Oroselinund Vale-ri ansäureüber,

Oroseli]

Laserpitin.

598 Organische Verbindungen unbekannter Constitution.

lung mit kochendem Ammoniak geht die Chrysamminsäure in metallisch grünglänzende Nadeln von Chrysamminamid über, aus dessen Lösung durchSäuren die dunkelolivengrüne Krystalle bildende Amidochrysamminsäuregefällt wird. Durch Salpetersäure geht Letztere wieder in Chrysamminsäureüber. Die Zusammensetzung dieser Körper ist noch nicht festgestellt. BeimKochen mit Schwefelkalium löst sich die Chrysamminsäure zu einer intensivblauen Flüssigkeit auf, aus der sich beim Erkalten Hydrochrysamid:G 7 H 6 N 2 0 3 , in Krystallen ausscheidet, die in durchfallendem Lichte blau, inreflectirtem kupferroth erscheinen.

Antiarin: G14H20Q5. Ist der wirksame Bestandteil des Upas-giftes (Upas Antiar), welches von den Javanesen aus Antiaris toxicariabereitet wird und zum Vergiften ihrer Pfeilspitzen dient. Duch Aus-kochen mit Alkohol erhält man aus dem Upasgifte das Antiarin, ein infarblosen Blättchen krystallisirender neutraler Körper, der in Wasser, Al-kohol und Aether löslich ist. In Wunden gebracht, wirkt es tödtlicli.

Athamanthin: 6 2t H8o%j. Ist in der Wurzel und den Samenvon Athamantha Oreoselinum enthalten und wird daraus durch Extractionmit Aether als ein allmählich kryslallmisch erstarrendes Oel erhalten.Es bildet wawellitförmige Krystallgruppen, schmilzt bei 79°0. und ist inAlkohol und Aether leicht löslich. Beim Erhitzen wird es zersetzt.

Beim Erhitzen mit Salzsäure zerfällt es in Valeriansäure undOr oselin:

G 24 H 30 9 7 == G U H 10 © 3 + 2(G 5 H 10 O 2 )Athamanthin Oroselin Valeriansäure

Dieselbe Zersetzung erleidet es durch Schwefelsäure.

Oroselin: G u Hio0 3 , ist eine in farblosen Krystallen' sich aus-scheidende, in Wasser unlösliche, in Alkohol und Aether schwer löslicheVerbindung. Es ist nicht-flüchtig, und verwandelt sich beim Kochen mitWasser unter Aufnahme von 1 Mol. Wasser in'Oroselon: G 14 Hi2 04>einen leicht löslichen, krystallisirbaren Körper.

Mit Salpetersäure behandelt, giebt Athamanthin eine Nitroverbindung :e«H 27 (NO,) 3 0 7 .

Laserpitin: G 2 .iH 36 0 7 . Ist in der Wurzel von Laserpitium lati-folium enthalten und wird daraus durch Weingeist ausgezogen.

Farblose, gerueh- und geschmacklose rhombische Prismen, unlöslichin Wasser, löslich in Alkohol und Aether, sowie in Chloroform. Sieschmelzen bei 114° und sublimiren, stärker erhitzt, unzersetzt.

Bei der Behandlung mit Kalihydrat zerfällt es in Angelicasäureund einen harzartigen Körper von pfefferartigem Geruch (Laserol) nachder Gleichung:

G 24 H 36 0 7 -f- H 2 0 = G U H 22 G 4 + 2 (G 5 H 8 0 2 )Laserpitin Laserol Angelicasäure