Glucoside.
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Durch Behandlung mit verdünnter Schwefelsäure spaltet sich dasAmygdalin in analoger Weise.
Wird das Amygdalin mit Alkalien gekocht, so entweicht sämmtlicherStickstoff in der Form von Ammoniak und es bildet sich Amygdalin-säure, die mit der Basis verbunden bleibt.
Die Amygdalinsäure: € 20 H 2G O 12 , ist eine nicht krystallisirbare, zer-fliessliche, saure Masse, die Silberoxydsalze reducirt und mit Basen nicht kry-stallisirbare Salze bildet.
Kocht man das Amygdalin mit Salzsäure, so erhält man unter gleichzeitigerBildung von Salmiak und brauner Huminkörper, die durch Aether aus diesemGemenge ausziehbare Mandelsäure(Phenylglycolsäure): € 8 H 8 0 3 (vgl. S.531).
Verwandeltsich mitAlkaliengekocht inAmygda-lin säure,
durch Salz-säure inHandel-säure.
Myronsäure.
€boH 19 ]S[ S 2 0io.
Dieses merkwürdige Glucosid ist in den schwarzen Senfsamen ent- Myron-halten und zwar an Kali gebunden. Man erhält es daraus, indem man salue 'dieselben mit Weingeist zum Sieden erhitzt, dann mit Wasser extrahirt,den Auszug unter Zusatz von kohlensaurem Baryt eindampft und denRückstand mit kochendem Weingeist behandelt; die weingeistige Lösungzur Krystallisation gebracht, liefert das myronsäure Kali: € 10 Hi 8 KNS2Ö10) in kleinen, weissen, seideglänzenden Nadeln, die in Wasser sehrleicht, schwierig in Alkohol und gar nicht in Aether löslich sind.
Aus dem Kalisalz durch Weinsäure abgeschieden, zersetzt sich dieMyronsäure sehr leicht, sie ist im freien Zustande wenig gekannt.
Die wässerige Lösung des myronsauren Kalis mit Myrosin odereinem wässerigen Auszug der weissen Senfsamen zusammengebracht, ent-wickelt sofort ätherisches Senföl. Das myronsäure Kali spaltet sich daherin Senföl, Traubenzucker und saures schwefelsaures Kali:
£ 10 H 18 KNS 2 €> 10 = © 4 H 8 NS + € 6 H 12 0 C + KHSO,Myronsaures Kali Senföl Zucker Saures Schwefels. Kali
Es sind demnach in dem myronsauren Kali diese drei Atomgruppenihren Elementen nach enthalten und in der That lassen sie sich, entwederwie bei der Gährung alle drei von einander trennen, oder es bleiben nochzwei vereinigt.
Barytwasser z.B. fällt aus dem myronsauren Kali einen Theil der Schwefel-säure, ohne dass Senföl entsteht; dieses bleibt mit dem Zucker verbunden inLösung. Versetzt man dagegen eine Auflösung von myronsaurem Kali mit sal-petersaurem Silberoxyd, so erhält man einen Niederschlag: 0 4 H 5 NAg 2 S 2 0 4 =6 4 H 6 NS -f" Ag 2 S0 4 , welcher demnach Senföl und schwefelsaures Silber ent-hält, während Zucker in Lösung bleibt. Dieser Niederschlag entwickelt in derThat schon bei geringem Erwärmen Senföl.
Behandelt man ihn mit Schwefelwasserstoff, so zerfällt er in Allylcya-niir, Schwefelsilber, Schwefel und freie Schwefelsäure:0 H 6 NAg 2 S 2 0 4 + H 2 S = € 4 H ß N + Ag 2 S -f S + TT 2 S0 4Cyanallyl