IX.
Bestimmung der Amidgruppe (CONH 2 ).
Die quantitative Bestimmung der Amidgruppe erfolgt durchVerseifen etc. der Substanz, ebenso wie für die Nitrilgruppe 1 )angegeben wurde.
Schwer zersetzbare Säureamide werden nach Bouveault 2 )verseift, wobei man zweckmässig analog vorgeht, wie V. Meyerbei der Darstellung der Triphenylessigsäure 3 ) verfuhr. Je0,2 g fein gepulvertes Amid wurden durch gelindes Erwärmenin 1 g koncentrirter Schwefelsäure gelöst. In die in Eiswassergekühlte Lösung lässt man eine eiskalte Lösung von 0,2 gNatriumnitrit in 1 g Wasser mittelst eines Kapillarhebers ganzlangsam einfliessen.
Sobald alles Nitrit zugeflossen ist, stellt man das Eeagens-glas in ein Becherglas mit Wasser und wärmt langsam an.Bei 60—70° beginnt heftige Stickstoffentwicklung, die bei 80bis 90° beendet ist. Zuletzt wird noch 3—4 Minuten (nichtlänger!) im kochenden Wasserbade erhitzt.
Nach dem Ab.kühlen fügt man Eisstückchen zu und sammeltden dadurch abgeschiedenen gelben Niederschlag auf dem Filter.
Zur Beinigung wird die Säure in verdünnter Natronlaugegerade gelöst und mit Schwefelsäure vorsichtig herausgefällt.
Nach Sudborough 3 ) ist es wichtig, die genau berechneteMenge Nitrit, in möglichst wenig Wasser gelöst, anzuwenden.
Ueber sterische Hinderung der Verseifung von Säureamidensiehe die Literaturangaben in V. Meyer und Jacobson*).
*) s. S. 78.
2 ) Bull. soc. chim. [3] 9, 370.
3 ) B. 28, 2783.
4 ) II, 545.
Journ. ehem. soc. 67, 604.