Einleitung.
sondere Verfahren ausmitteln, um die quantitative Bestimmungdes betreffenden Radikals durchführen zu können.
Denn die Reaktionen der Kohlenstoffverbindungen, welcheja nur zum Theile Ionenreaktionen sind, hängen in hohemMaasse ab von der Konfiguration und den Gleichgewichts-bedingungen im Molekül, so dass bei sonst sehr ähnlichenKörpern einmal in Folge sterischer Hinderung eine Reaktionausbleiben, ein anderes Mal, etwa in Folge von Substitution,eine Atomgruppe Charakter und Funktionen einer anderenGruppe annehmen kann; wie denn auch oft die Beschränkungauf krystallisirbare oder unzersetzt flüchtige Derivate noth-wendig ist.
Während also in der Chemie der anorganischen Ver-bindungen der Verlauf einer Reaktion nur durch das Wesendes zu bestimmenden Ions geregelt wird, so dass die ana-lytischen Methoden in gewissem Sinne von der Natur des zuuntersuchenden Körpers unabhängig und daher von weit-gehendster Anwendbarkeit sind, hat die organische Analyse nurwenige allgemein gültige Verfahren — wie die Zeisel'scheMethoxylbestimmungsmethode —, gewöhnlich bleibt es demAnalytiker überlassen, die für denSpecialfall passendste Methodeauszuwählen, oder selbst durch Kombination mehrerer Ver-fahren die sicherste Bestimmungsart zu ergründen.
Was bis jetzt auf diesem Gebiete —■ der Aufstellung vonMethoden zur quantitativen Bestimmung der organischen Atom-gruppen — geleistet wurde, ist in den folgenden Zeilen zu-sammengestellt, und mag als Richtschnur dienen, in welcherArt für nicht vorhergesehene Fälle neue Methoden zu schaffenwären.