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2 (1876) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Urzeugung.

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hier Eindrücke auf sehr empfindliche und in vortheilhafte Bedingungengesetzte Tagt- oder Temperatursnerven übertragen und durch diese wahr-genommen werden.

Es ist sehr schwer zu urtheilen über die Frage nach dem sechstenSinn, weil wir von einem solchen uns gar keine Vorstellung machenkönnen. Alle unsere Vorstellungen stammen aus den fünf Sinnen, diewir besprochen haben, und für die Vorstellungen, die uns aus den Wahr-nehmungen eines sechsten Sinnes erwachsen könnten, fehlt es deshalb inunserem Gehirne ganz an Materiale: wir können uns oben diese Vor-stellungen nicht bilden.

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Zeugung und Entwickelung.Urzeugung.

Auf welche Weise können sich Organismen, also im AllgemeinenThiere und Pflanzen vermehren? Da tritt uns zunächst die grosse Fragevon der Urzeugung, von der sogenannten Generatio aequivoca seu spon-tanea, entgegen. Es handelt sich nicht darum, die Frage zu erörtern, obüberhaupt jemals Organismen aus unbelebten und anorganischen Dingenentstanden sind, sondern es handelt sich darum, die Frage zu erörtern,ob noch heutzutage aus unbelebten Dingen lebendige hervorgehen.

Die Genoratio aequivoca hat im Laufe der Zeiten immer mehr anTerrain verloren. Im Alterthumc gab man ihr die weiteste Ausdehnung.Selbst Aristoteles glaubte, dass die Baupen aus den grünen Blättern, dassdie Maden aus dem Käse entstehen, ja dass gewisse Fische, die sich imSchlamme und im Sande finden, aus dem Schlamme und Sande entstan-den seien.

Erst die Academia del Cimento legte die Axt an diese Theorie, in-dem Redi nachwies, dass die Maden nicht aus dem Käse und aus demFleische, sondern aus Eiern entstehen, welche die Fliegen an das Fleischhinlegen. Redi bedeckte Fleisch mit einem Sturz aus Gaze und fand nun,dass sich in dem Fleische keine Maden entwickelten: er sali aber, dassdie Fliegen das Fleisch umschwärmten, und dass sie da, wo das Fleischnahe an der Gaze lag, ihre Eier an dem Sturze absetzten.

In späterer Zeit wurden diese Beobachtungen von Anderen fort-gesetzt. Vor Allem ist es aber Swammerdam, der durch genauesStudium des Lebens, der Metamorphose und der Fortpflanzung der In-secten in Bücksicht auf diese die Lehre von der Urzeugung für alleZeiten unmöglich gemacht hat. Er legte seine Beobachtungen in demberühmten Werke, das er Biblia naturae seu Historia insectorum be-nannte, nieder.

Während man nun auf diese Weise über die höher entwickeltenThiere belehrt w r urdc, eröffnete sich durch das Mikroskop ein neues weitesFeld für die Lehre von der Genoratio spontanoa, indem man eine ganzneue Welt von kloinen thierischen und pflanzlichen Organismen kennenlernte, welche anscheinend aus leblosen Dingen hervorgingen. Man schufeine ganze Abtheilung von Thieren, die noch heute als solche in der