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Tastsinn und Gemeindetuhl.
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reichend von einander verschieden sind, um eben als doppelt empfundenzu werden.
Lichtonfols und Fröhlich haben nachgewiesen, dass der Ab-sfand der Cirkelspitzon, bei dem sie an einer bestimmten Stelle nocheben als zwei empfunden werden, abhängt vom Unterscheidungsver-mögen im Centralorgan, dass der Abstand nicht nur zunimmt, wenndieses durch Narkotika in seiner Erregbarkeit herabgesetzt wird, sondernauch abnimmt, wenn letztere gesteigert wird. Man kann sich also bild-lich vorstellen, dass die Erregungen im Centralorgane Zerstreuungskreisewerfen, die bald grösser bald kleiner sind, je nach seinem actuellenZustande.
Czermak hat ferner gezeigt, dass es auch nicht ganz gleichgültigist, ob man die beiden Cirkelspitzon gleichzeitig oder nacheinander auf-setzt. Wenn man die beiden Cirkelspitzen nacheinander aufsetzt, sowerden in kleineren Abständen die Spitzen noch als doppelt empfunden,als wenn man sie gleichzeitig aufsetzt. Das wird von dem sogenanntenmechanischen Zerstreuungskreise abgeleitet. Wenn ich eine Cirkolspitzeaufsetze, so bringe ich dadurch eine Depression hervor, ich mache einenflachen Trichter. Ich wirke also durch den Druck der Spitzen nichtblos auf einen Punkt, sondern auf einen Punkt am stärksten, aber auchnoch auf die umgebenden. Punkte, in welchen die Haut auch hcrabge-drückt wird, und die Summe dieser umgebenden Punkte bezeichnet manmit dem Namen des mechanischen Zerstreuungskreises. Setze ich nundie beiden Cirkelspitzen nebeneinander auf, so ist beiden Zerstreuungs-kreisen ein Stück gemeinsam. Es ist das ganze Stück zwischen denCirkelspitzen deprimirt. Setze ich dagegen die Cirkelspitzen nacheinanderauf, so mache ich erst an der einen Stolle eine Depression und dannan der andern. Es fallen also jetzt die mechanischen Zerstreuungskreisebei demselben Abstände der Cirkelspitzen nicht in derselben Art theil-weise zusammen, wie dies der Fall ist, wenn ich die beiden Cirkel-spitzen gleichzeitig aufsetze.
Es tritt nun weiter die Frage an uns heran: In wie weit sind dieanderweitigen Empfindungen, welche uns von der Haut zugehen, auchEmpfindungen der Tastnerven. Man unterscheidet eine Eeihe von Empfin-dungen als dem Gemeingefühlo angehörig, indem man es gewöhnlich soauffasst, dass man bei den Sinnes Wahrnehmungen und auch beim eigent-lichen Tasten in der Vorstellung nicht seinen eigenen Körper, sonderndie Objecte fühlt, die man ansieht, die man riecht, die man hört, dieman betastet; dass wir dagegen bei gewissen anderen Empfindungen dasGefühl haben, dass wir unseren eigenen Körper empfinden, und diesbezeichnet man mit dem Namen des veränderten Gcmeingefühlcs. Alsden Veränderungen des Gemeingefüliles angehörig sieht man also anSchmerz, Kitzel, Schaudern, Unbehagen u. s. w.
Es fragt sieh also: Wenn die Haut gekitzelt wird, und zwar so weit,dass dadurch ein Schaudorn als lleflex in den Nerven der glatten Muskel-fasern der Haut avisgelöst wird, oder das Lachen, also Reflex in denRespirationsmuskeln entsteht; ist dieses Kitzeln auch eine Empfindungder Tastnerven oder kommf mir diese durch andere Nerven zur Ichglaube, dass das Kitzeln nichts Anderes ist, als eine besondere Art derEmpfindung in unseren Tastnerven. Das Kitzeln entsteht dann, wenn