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2 (1876) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Die Zunge.

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und die Papulae fungiformes sind es, welche wir als die schmeckendenGebilde der Zunge ansehen müssen.

Nun ist- vor einer langen Reihe von Jahren zu beiden Seiten ander Zungcnwurzel des Kaninchens ein Organ gefunden worden, das auslauter kleinen, parallel nebeneinander liegenden Schleimhautfalten besteht.Dieses Organ scheint zuerst Rapp bekannt gewesen zu sein und istspäter im Jahre 1842 ausführlich bei einer Reihe von Säugethieren undauch beim Menschen, bei dem es wenig entwickelt ist, von ProfessorMayer in Bonn beschrieben worden. Es ist seitdem unter dem NamenPapilla foliata bekannt und ist in neuerer Zeit mehrfach Gegenstandder "Untersuchung gewesen. Es hat Brühl schon vor 24 Jahren zwischenden Blättern dieser Papilla foliata an der Oberfläche der Schleimhautkleine rundliche Gebilde gefunden, die er damals für Drüsen hielt.Solche sind in neuerer Zeit von Loven, Schwalbe, von Wyss undEngclmann näher untersucht worden, und es hat sich gezeigt, dasssie eigenthümliche, in das Epithel eingebettete Gebilde sind, die wahr-scheinlich mit Nerven in Verbindung stehen, und welche man deshalbmit dem Namen der Schmeckbecher bezeichnet. Diese sogenanntenSchmeckbechor finden sich nicht nur in den Ealtcn der Papilla foliata,sondern auch in den Papillis circumvallatis, und zwar an den beidenWänden des Grabens, welcher dieselben umgibt. Sie finden sich fernerauch an den Papillis fungiformibus mehr vereinzelt, theils eine, theilszu zweien auf dem Durchschnitte, so dass man sie jetzt nicht nurbei den Säugothicron, sondern auch beim Menschen an denjenigen Pa-pillen gefunden hat, welchen man Gcschmacksvermögcn zuschreibt. Auchan den grösseren Papillen des weichen Gaumens, namentlich am oberenTheilc der Uvula sind sie nachgewiesen worden. Die Sebmcekbeohersind kleine in das Epithel eingebettete und aus verlängerten Epithel-zelle]! gebildete Organe von der Gestalt, wie sie beistehende Fig. 68zeigt. In denselben liegen längliche, zu beiden Seiten des Kernes instab- oder schienenförmige Stücke ausgehende Zellen, welche mit ihrenperipherischen Enden etwas zur Ocffnung des Schmeckbcchors (Fig. 68 c)

herausrägen. Man glaubt nun, dassdiese Gebilde mit den Nerven in Ver-bindung stehen, welche in die Papillehineingehen, und die man zu ihnenhinziehen sieht. Die Vorbindung selbstist nicht mit Sicherheit beobachtetworden. Da man aber die Schrucck-becher an denjenigen Partion findet,mit welchen geschmeckt wird, daman die Nerven zu ihnen hinziehensieht, so ist es im hohen Gradewahrscheinlich, dass in der That dieschmeckenden Substanzen in sie ein-dringen und hier Gebilde erregen,die mit den Nerven in Zusammen-hang stehen. Es ist indessen sehrzweifelhaft, ob sie die einzigen Geschmacksorgane sind. Sertoli hat inder Papilla foliata des Pferdes mittelst Goldfärbung intracpitheliale

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Nach Hans von YVyss.