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Geruchssinn.
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Die Sache hat sich indessen in neuerer Zeit nach den Untersuchun-gen von S. Einer etwas anders gestaltet. Exner hat an Stückchen derEasenschleimhaut von Menschen und von Thieren, die in Ueberosmium-säure erhärtet und dann zerfasert waren, gesehen, dass ganz allgemeindie Fasern des IST. olfactorius nicht direct in solche Zellenfortsätze über-gehen, sondern dass die Fasern des N. olfactorius sich in ein Bläschen-förmiges Gewebe (Fig. 66 cc) auflösen, in dessen LückenZellen und Zellenkerne eingelagert sind. Mit diesemMaschengewebe stehen die oberflächlichen Zellen derEieehsehleimhaut in Verbindung und zwar beide Arten,sowohl diejenigen, welche man als Epithelzellen bezeich-net hat, als auch diejenigen, welche man früher alsEiechzellen bezeichnete. Sie stehen aber damit in ver-schiedener Weise in Verbindung. Die einen, die Epithel-zellen der Autoren, dadurch, dass sie sieh unten in plat-tenartige Stücke (Fig. 67 d) verbreitern, deren Substanzunmittelbar in die des Maschenwerkes übergeht, und dieandern, indem sie einen feinen Fortsatz nach abwärtssenden, der sich auch in dieses Maschenwerk einsenktund sich mit demselben verbindet. Man kann also inder Eieehsehleimhaut nach wie vor zwei Arten vonZellen unterscheiden, die Epithelzellen der Autoren unddie schlankeren Eiechzellen der Autoren, aber man kannnicht mehr sagen, dass ausschliesslich die einen oderdie andern zur Aufnahme der riechenden Substanzenbestimmt seien, denn Exner's Untersuchungen haben gelehrt, dass keinevon beiden Arten direct mit den Endigungen des N. olfactorius in Ver-bindung steht, dass aber beide indirect mit den Endigungen des N. olfac-torius in Verbindung stehen, und zwar insofern in ganz gleichwertigerWeise, als sie beide in ein Maschenwerk übergehen, in welches auchdie Enden des N. olfactorius auslaufen.
Es ist wahrscheinlich, dass die verschiedenen Gerüche darauf be-ruhen, dass verschiedene Nervenfasern stärker erregt werden, die mitverschiedenen Centralgebilden in Verbindung stehen, deren Erregunguns verschiedene Geruchsempfindungen hervorruft; aber wir sind hier inder Analyse noch nicht so weit vorgeschritten, wie beim Gesichte undbeim Gehör, nicht einmal so weit wie beim Geschmack. Wir benennendie Gerüche wesentlich nur noch nach den Dingen, von denen sie aus-gehen. Wir sagen, es rieche etwas nach Veilchen, oder es rieche etwasnach Terpentin, oder es rieche etwas faulig, das heisst es verbreite einenGeruch, wie er von faulenden Körpern ausgeht. Geruchsempfindungenkönnen einander übertäuben, bis zur Unkenntlichkeit; aber wir kennenkeine bestimmten Gesetze, nach denen sie sich zusammensetzen.
Damit ein Stoff riechbar sei, muss er zweierlei Eigenschaften haben,er muss erstens flüchtig sein, damit er sich in der Luft verbreiten könne,und zweitens muss er wenigstens bis zu einem gewissen Grade imWasser löslich sein, weil er sieh ja in der Flüssigkeit, mit welcher dieEieehsehleimhaut durchtränkt ist, verbreiten soll. Anscheinend ist indessenalles beides nicht nöthig. Wir riechen z. B. auch Metalle, wir riechenmit einem eigenthümlichen, wie wir sagen, metallischen Gerüche eine