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Theorie der Tonempfindnngen.
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fasern und zwar jeder mit andern, so wird, wenn ein reiner Tonvon pendelartigen Schwingungen unser Ohr trifft, eine Gruppe vonNervenfasern stark erregt werden, die Fasern, die in Verbindung stehenmit demjenigen Theile, der stark mittönt. Andere werden noch schwacherregt werden, weil die mit ihnen zusammenhängenden. Theile nochschwach mittönen, die übrigen aber werden nicht erregt werden. Wennaber an unser Ohr eine Klangmasse gelangt, die mittönende Körperzerlegen müssen in verschiedene Systeme von pendelartigen Schwingun-gen, dann wird nicht nur eine Gruppe von Nervenfasern, es werdenverschiedene Gruppen von Nervenfasern erregt, und die verschiedenenTonempfindungen werden im Bewusstsein eben zu der Empfindung einesKlanges zusammengesetzt. Das, was wir Klangfarbe nennen, ist das Ee-sultat des Grundtons in der Zusammensetzung mit seinen verschiedenenObertönen, es ist die Modifikation, welche der Grundton durch dasgleichzeitige Erklingen der Obertöne erfährt. Wenn wir einer Melodienachgehen, so folgen wir mit unserem Ohre den Bewegungen des "Grund-tons nach aufwärts und abwärts. Daneben aber geht etwas Anderes her,daneben unterscheiden wir die Qualität des Tones und auch die quali-tativen Veränderungen des Tones während des Singens, und diese qua-litativen Veränderungen des Tones beziehen sich auf den Wechsel derharmonischen Obertöne, welcher entsteht, je nachdem sich die Klangfarbeder Stimme beim Heraufgehen öder beim Heruntergehen der letzterenverändert.
Es scheint, dass die Verschiedenheit zwischen musikalischen undnichtmusikalischen Menschen, das heisst zwischen solchen, die musikalischeAnlage haben, und solchen, die keine besitzen, auf der Art und Weiseberuht, wie sie die Tonempfindungon auffassen, und davon abhängt,welchen Eindrücken sie mit ihrer Aufmerksamkeit folgen. Die musika-lischen Menschen folgen wesentlich den Bewegungen des Grundtons, unddiese prägen sich ihrem Gedächtnisse ein. Die nichtmusikalischen richtenihre Aufmerksamkeit mehr auf die Klangfarbe, für diese ist ein Ton,wenn er eine andere Klangfarbe hat, etwas Anderes, etwas Neues; sieunterscheiden die Qualität der Töne nicht nach ihrem Orte in der Ton-leiter, sondern nach der Klangfarbe, nach der qualitativen Empfindung,die dadurch in ihrem Ohre entsteht. Damit hängt es wahrscheinlichauch zusammen, dass ausgezeichnete Schauspieler, die die feinste Em-pfindung für die geringste Veränderung in der Klangfarbe der Stimmehaben, die die Wirkung der Affecte auf dieselbe auf das allerfeinsteund sicherste wiederzugeben wissen, oft gänzlich unmusikalisch sind,und sehr musikalische Leute, Sänger und Sängerinnen, wenn sie zumSchauspiele übergehen wollen, nicht unbedeutende Schwierigkeiten zuüberwinden haben, weil sie ihre ganzen psychischen Processe, mit wel-chen sie bisher die Töne aufgefasst haben, umändern müssen, um nunnicht mehr den Bewegungen des Grundtons, sondern eben den Verände-rungen in der Klangfarbe, dem Timbre, zu folgen.
Es bleibt uns jetzt die Frage zu beantworten: Welche Theile sindes in unserem Ohre, die in Mitschwingungen versetzt werden und diedie Nerven erregen.
Da die Nervenfasern im Corti'schen Organe endigen, und die Corti-sonen Zellen mit Steg und Saite in Zusammenhang stehen, und Steg
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