HflNi
—a—r *mar
204
Binoculares Selion.
I
i
sichtbar. Wenn wir gegen einen sehr hellen Grund, z. B. gegen denhell beleuchteten Himmel sehen, so dass die Pupille sehr enge wird,dann sehen wir im Sehfelde eine Menge holler Punkte, die sich in einergewissen Reihenfolge, mit einer gewissen Regelmässigkeit und in gewissenRichtungen bewegen. Wenn wir diese Punkte längere Zeit beobachten,so können wir kaum bezweifeln, dass dieselben dem optischen Effecte derBlutkörperchen in den Netzhautgefässen ihren Ursprung verdanken. Siesind Schlagschatten im physikalischen Sinne des Wortes, aber man mussdabei berücksichtigen, dass Schlagschatten in Folge der Refraction undder Diffraction nicht überall dunkler sind als der Grund, auf dem siesich abzeichnen.
Binoculares Sehen.
■■
Durch das binoculäre Sehen, durch das gleichzeitige Auffassen mitbeiden Augen, wird es möglich, dass Fehler und Unvollkommenheiten deseinen Auges bis zu einem gewissen Grade durch das andere Auge aus-geglichen werden. Ferner beruhen auf dem binoculärcn Sehen zum gutenTheile unsere Vorstellungen von der Körperlichkeit der Dinge und imZusammenhange damit auch die Vorstellungen von der Entfernung derDingo von uns. Wenn wir einen Gegenstand deutlich sehen wollen, sosuchen wir ihn in beiden Augen im sogenannten Centrum retinae, imGrunde der Fovea centralis retinae, abzubilden. Wir suchen also einegedachte gerade Linie auf ihn zu richten, welche durch den zwischenden Knotenpunkten liegend gedachten Kreuzungspunkt der Sehstrahlenund durch das Centrum retinae hindurchgeht. Diese Linie nennen wirdie Gesichtslinie. Die Gesichtslinie ist also von allen Sehstrahlen, dasheisst von allen geraden Verbindungslinien zwischen Bild und Object,diejenige, welche das Centrum retinae im Grunde der Fovea centralistrifft. Einen Punkt im Sehfelde, auf den eine Gesichtslinie gerichtet ist,nennen wir einen Blickpunkt, und einen Punkt, auf den beide Gesichts-linien gerichtet sind, an dem also zwei Blickpunkte in einen zusammen-gefallen sind, bezeichnen wir mit dem Namen des Fixationspunktes,wir sagen von diesem Punkte, er sei in der Fixation. Die Stellen derBilder der Blickpunkte, die ja in beiden Augen in den Grund der Foveacentralis, in das sogenannte Centrum retinae fallen, sind identischeStellen, d. h. ihre Eindrücke werden nicht doppelt, sondern einfachempfunden, indem wir deren Ursachen für beide Augen an einen unddenselben Ort des Sehraumes versetzen. Das fixirte Object wird alsoeinfach gesehen. Denken Sie sich der Punkt a sei der Fixationspunkt,so wird dieser in beiden Augen in der Fovea centralis retinae abge-bildet und zwar in a, und a„. Wir sprechen hier zunächst nur vonAugen, die eine normale Fixation haben, wir nehmen aus die schielen-den, bei denen entweder ein Auge fest steht, oder doch nur Bewegungenin beschränkter Ausdehnung macht, oder bei denen das zweite Augezwar dem ersten in seinen Bewegungen folgt, aber so, dass keine Fixa-tion zu Stande kommt, dass der angesehene Punkt nicht in beidenAugen, sondern nur in einem Auge im Grunde der Fovea centralisretinae abgebildet wird. Denken Sie sich nun, es wäre diesseits von *ein zweiter Punkt ß, und Sie zögen von ihm durch den Kreuzungspunkt