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1 (1881) Physiologie des Kreislaufs, der Ernährung, der Absonderung, der Respiration und der Bewegungserscheinungen
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Der Kehlkopf.

Die Stimmbänder werden, dadurch angespannt, dass der Schild-knorpel sich um eine Axe dreht, welche Sie sich durch seine unterenHörner gelegt denken müssen. Wenn er sich um diese Axe in der Weisedreht, dass sein vorderer oberer Theil, derjenige, welcher den sogenanntenAdamsapfel macht, nach vorn und nach abwärts gezogen wird, so wirddadurch die eine A-nheftung des Stimmbandes von der andern entferntund dadurch das Stimmband gespannt. Diese Bewegung wird ausgeführtdurch einen Muskel, welcher zu beiden Seiten vom Ringknorpel ent-springt und sich mit schräg nach aufwärts und rückwärts verlaufendenFasern an den Schildknorpel ansetzt. Der Antagonist dieses Muskelsist ein Muskel, welcher zu beiden Seiten von der Innenfläche der Plattedes Schildknorpels entspringt, nach aussen vom wahren Stimmband, nebendemselben und mit demselben verbunden nach rückwärts verläuft undsich an den vorderen unteren Theil des Giessbeckenknorpels ansetzt.Dieser Muskel, der Thyreoarytaenoideus, kann die beiden Insertionen deswahren Stimmbandes einander nähern und die Stimmbänder abspannen,indem er den Schildknorpel um die vorerwähnte Axe so dreht, dasssein vorderer Theil nach rückwärts und nach oben rückt, vorausgesetzt,dass sein Antagonist, der Musculus cricothyreoideus, den Schildknorpelnicht in einer andern Lage fixirt erhält.

Die beiden Giessbeckenknorpel setzt ein ziemlich complicirterMuskelapparat in Bewegung, welcher besteht aus den Muse, arytaenoideitransversi und Muse, arytaenoidei obliqui, aus dem Cricoarytaenoideusposticus und lateralis und dem Thyreoarytaenoideus. Die Muse, arytaenoideitransversi liegen auf der coneaven Bückseite der beiden Giessbecken-knorpel und spannen sich von dem äusseren Bande des einen Giessbecken-knorpels zum äusseren Bande des andern hinüber. Wenn sie sich alsozusammenziehen, so haben sie zunächst die Wirkung, dass sie die beidenGiessbeckenknorpel einander nähern. Aehnliche Wirkung haben auchdie Arytaenoidei obliqui, welche auf den Arytaenoidei transversi liegen.Indem sie vom unteren Winkel des einen Giessbeckenknorpels entspringenund zum oberen Ende des äusseren Bandes des andern Giessbeckenknorpelshingehen, bilden sie ein liegendes Kreuz. Wenn diese Muskeln sichzusammenziehen, so nähern sich die beiden Giessbeckenknorpel einander.Sie haben dabei noch, die specielle Wirkung, dass, wenn die oberenEnden der beiden Giessbeckenknorpel mit den auf ihnen sitzendenSantorinischen Knorpeln, den Cornua laryngis, sich von einander entfernthaben, sie dieselben einander wieder nähern und hierin mit dem oberenTheile des Arytaenoideus transversus zusammenwirken.

Wenn man den oberen Ansatz des Arytaenoideus obliquus verfolgt,so findet man, dass ein Theil seiner Easern sich über den äusseren Banddes Giessbeckenknorpels fortsetzt in ein dünnes Band von Muskelfasern,welches im Ligamentum aryepiglotticum zum Kehldeckel hingeht, undalso, wenn es sich zusammenzieht, den Kehldeckel auf die Giessbecken-knorpel herunterzieht. Die Arytaenoidei obliqui und die beiden Muse,aryepiglottidei können Sie also zusammen als eine Schlinge ansehen,in welche die beiden Giessbeckenknorpel und die Epiglottis eingeschaltetsind. Wenn sich diese Schlinge zusammenzieht, schliesst sie den ganzenKehlkopf zu, indem sie die beiden Giessbeckenknorpel an einander an-nähert und den Kehldeckel auf die Giessbeckenknorpel herunterzieht.