Die Resorption.
357
der ernährenden Flüssigkeiten nicht durch die Blutgefässe, sondern durchdie Chylusgefässe. Die Blutgefässe sind ganz ungeeignet dazu, grössereMengen von nährenden Substanzen aufzunehmen, denn die Blutgefässetonnen nur auf dem Wege der Diffusion aufnehmen. Sie werden mitBegierde Salze aufnehmen, welche in den Darmkanal hineingebrachtWerden, und welche nicht, oder doch nicht in ähnlicher Menge im Bluteenthalten sind. Es wird auch Zucker auf dem Wege der Endosmose indie Blutgefässe aufgenommen, wenn auch nicht in verhältnissmässig grosserMenge. Aber Eiweisskörper befinden sich im Blute, und wenn sie sichauch ausserhalb der Gefässe befinden, so ist damit keine Anregung zueinem Diffusionsprocesse gegeben. Fette gehen gar nicht durch dieWandungen der Blutgefässe hindurch, werden von denselben gar nichtaufgenommen. Zudem findet in den Blutgefässen ein Druck statt, welcherimmer im Innern der Gefässe grösser ist als ausserhalb derselben, sodass im Ganzen keine Aufnahme von Material, sondern im Gegentheileeine Ausscheidung von Material stattfindet. Ganz anders verhält es sichmit den Chylusgefässen. Es geht ein beständiger Strom in die Chylus-gefasse hinein und zum Ductus thoracicus hin, und wir werden sehen,dass dieser Strom nicht ein Diffusionsstrom ist, sondern dass dieser Stromeine Filtration ist und zwar eine Filtration durch ein Filtrum, dessenPoren weit genug sind, dass sogar ungelöste Körper, die kleinen Fett-kügelchen des Chylus, hindurchgehen.
Wir haben uns jetzt näher mit den Wegen zu beschäftigen. Es istzunächst für Jeden, der ein Thier in der Resorption untersucht, deutlich,dass die einzelnen Cylinderzellen sich vollständig mit Fett anfüllen.Dass Fettkörnchen in dieselben hineinkommen, das ist an sich nichträthselhaft, weil sich an ihrer der Darmhöhle zugewendeten Seite keineZellenmembran befindet, sondern nur das sogenannte Stäbchenorgan, welchesdem Protoplasma direct aufsitzt. Welchen Weg die Fetttröpfchen durch dasStäbchenorgan hin-durch nehmen, wis- Fig. 35.sen wir bis jetzt r-~\nicht. Wir bemerkenzwar ab und zu ein-zelne Fetttröpfcheninnerhalb des Saumes,aber ohne genauerihre Lage angeben zu ' , i 'können; die meistenPetttröpfchen liegenim Protoplasma der
Zelle. Von den Epi- j
ttielzellen gehen sie
Über in das Stroma m
der Zotte. Offenbartouss die Epithelzelle,
So wie sie oben eine n
Oeffnung hat, auch
Un ten, da wo sie in die Zotte eingepflanzt ist, eine Oeffnung haben,durch welche die Fetttröpfchen wieder heraustreten können. Bisweilen
s
&{ \
■ h
■
I
^