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1 (1881) Physiologie des Kreislaufs, der Ernährung, der Absonderung, der Respiration und der Bewegungserscheinungen
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Die Resorption.

gelöste Stoffe, ja selbst Eiweisskörper im Dickdarme resorbirt werden, Fispritzte in den Dickdarm sogenannte Peptonlösung, er spritzte in denDickdarm auch eine Lösung von Eiweiss mit Kochsalz ein, bei Thieren,welche er vorher so weit hatte fasten lassen, dass die Harnstoffmenge,welche sie ausschieden, constant geworden war, und er fand, dass dannsogleich die Menge des Harnstoffes, welche sie binnen 24 Stunden aus-schieden, nicht unbeträchtlich, um 6 und auch um 8 Gramm, zunahm-Daraus ging hervor, dass sie wirklich nicht nur Flüssigkeit, sondern auchEiweiss resorbirt hatten. Czerny und Latschenberger fanden gleich-falls, dass lösliches Eiweiss im Dickdarm resorbirt wurde. Auch Starke-kleister kam zur Aufsaugung, offenbar nachdem er vorher durch dasSecret der Schleimhaut in Dextrin und Zucker verwandelt worden war-In seltenen Fällen findet auch Fettresorption im Dickdarme statt, dasheisst, man hat Chylusgefässe, welche vom Dickdarme ausgingen, mltfetthaltigem Chylus gefüllt gesehen. In der Hegel ist dies nicht derFall, in der Eegel kommt die ganze Fettresorption auf den Dünndarm-Das Fett von Emulsionen, welche Czerny und Latschenberger directin den Dickdarm brachten, wurde theilweise resorbirt. Im Magen wir"niemals Fett resorbirt, weil das Fett im Magen in der sauren Flüssigk elnicht in Emulsion, nicht in resorptionsfähigen Zustand kommt, vielleichtauch noch aus andern Gründen. Sonst aber findet im Magen mituntereine reichliche Resorption statt. Man findet manchmal, wenn man Thierewährend der Verdauung tödtet, die Lymphgefässe auf der Oberfläche desMagens in ähnlicher Weise strotzend gefüllt, wie die Chylusgefässe, welch evom Dünndarme kommen, aber mit einer farblosen durchsichtigen Flüssig"keit. Es ist dies indessen nicht häufig; was hier resorbirt wird, i 9 *unbekannt. Die Hauptresorption findet im Dünndarme statt, indem hieram reichlichsten die Verdauungsproducte aus allen drei Hauptgruppen derNahrungsmittel resorbirt werden. Die Kanäle, durch welche dies geschieht;sind die Chylusgefässe. Früher, ehe man die Chylusgefässe kannte, glaubteman, dass die Blutgefässe des Darms die Nahrung resorbiren. Spater,nachdem die Chylusgefässe entdeckt waren, nachdem man sie mit einermilchigen Flüssigkeit angefüllt gefunden hatte, schrieb man natürlichihnen die Hauptthätigkeit bei der Resorption zu. Es wurde aber einVersuch gemacht, welcher beweisen sollte, dass es doch eigentlich dieBlutgefässe seien, welche resorbiren. Man brachte Blutlaugensalz in denDarm und untersuchte, ob man dies früher wiederfinde im Blute derVena jugularis oder im Ductus thoracicus. Man fand es regelmässig früherin der Vena jugularis und schloss hieraus anfangs mit einem Scheinevon Recht, dass es wesentlich die Blutgefässe seien, welche resorbiren-Dieser Schluss war unrichtig. Eine gelöste Substanz kann allerdingsdurch die Blutgefässe schneller verbreitet werden, als durch die Chyl uS "gefässe, denn das Blut kreist im Körper, es nimmt durch Diffusion?durch sogenannte Endosmose, im Darmkanal etwas von dem Blutlaugen"salze auf und ist in sehr kurzer Zeit darauf in der Vena jugularis. Hierkann dieses Blutlaugensalz dann nachgewiesen werden, während dasBlutlaugensalz, welches in die Chylusgefässe hineingeht, den langsamenGang des Chylus verfolgt, bis es im Ductus thoracicus anlangt, einenGang, welcher um so langsamer ist, je weniger das Thier gefüttert ist)je weniger es resorbirt. Aber nichts destoweniger geht der grosse Strom