Die "Milch und die Milchdrüse.
253
der Schwangerschaft tritt aher eine ausserordentliche Entwickclung derei gentlichen Drüsensubstanz ein, indem überall Acini entstehen, nichta Uein an den Enden, sondern auch seitlich aufsitzend an den Gangen;80 dass das Ganze in eine mächtige traubiae Drüse umgewandelt wird.
Tv
■"lese neugebildeten Acini sind mit einem Epithel oder Enchym aus-gekleidet, in dessen Zellen sich zahlreiche Fetttröpfchen absetzen, undgegen Ende der Schwangerschaft werden diese Fetttröpfchen in die■Höhle des Acinus hineingestossen, indem zugleich in dieselbe eineFlüssigkeit hineinsecernirt wird. Es werden aber nicht allein die Fett-wöpfohen aus dem Protoplasma der Zellen ausgestossen, sondern es lösenäich. anfangs auch ganze Zellen vom Epithelium ab, und gelangen in dasinnere des Acinus hinein, grosse, nackte Zellen, welche voll mit kleinen*ettkörnchen angefüllt sind und auf dem geheizten Objecttische amöboideBewegungen zeigen. Diese grossen Zellen, welche sich vom Epithel ab-lösen und mit Fetttröpfchen angefüllt sind, heisscn Colostrumkörper oder^olostrumkugeln. Sie werden namentlich in den ersten Tagen nach derGeburt ausgestossen, später wird ihre Zahl immer geringer, so dass sienur noch selten und vereinzelt erscheinen. Es wird dann nur noch eineFlüssigkeit secernirt, in der zahlreiche Fetttröpfchen schwimmen, die vonüem Protoplasma der Enchymzellen der Acini ausgestossen worden sind,üiese Flüssigkeit mit den darin schwimmenden Fetttröpfchen ist die Milch.Dieser Zustand bleibt im Wesentlichen unverändert, so lange die■Milchdrüse zum Säugen verwendet wird. Wenn dies aber nicht mehr ge-schieht — gleichviel ob die Milchsecretion immer schwächer und schwächer
Fig. 30.
*ird und endlich von selbst aufhört, oder ob sie dadurch, dass das Kindn ieht mehr angelegt wird, zum Stehen gebracht wird — dann geht die