Quecksilber. 639
die Salze dieser Metalle sind im Allgemeinen wenig beständig und eswerden aus ihren Auflösungen die Metalle durch reducirende Agentienleicht regulinisch gefällt.
Von den edlen Metallen ist Silber entschieden einwerthig, Queck-silber wird für zweiwerthig, Gold für dreiwerthig und Platin mitden übrigen Platinmetallen für vierwerthig von der neueren Theorieangenommen.
Quecksilber.
Symb. Hg. Verbindungsgewicht = 100. Atomgewicht Hg = 200. Volumge-
wichl (specif. Gewicht des Dampfes, Wasserstoff = 1) 100. Speeif. Gewicht des
Dampfes (atm. Luft = 1) 6,976 gefunden, 6,93 berechnet. 1 Atom = 2 Volum.
1 Atom = 1 Molekül. Speciflsches Gewicht des flüssigen: 13,59.
Das Quecksilber macht durch seinen Aggregatzustand von allen Eigen-übrigen bekannten Metallen eine Ausnahme. Es stellt nämlich bei ge-wöhnlicher Temperatur eine sehr bewegliche Flüssigkeit dar. Seine Farbeist silberweiss, es besitzt einen ausgezeichneten Metallglanz und ist, wieobige Zahl zeigt, 13 1 /-)mal schwerer wie Wasser. Reines Quecksilberfliesst über glatte Flächen in runden Tropfen, wenn es aber fremde Me-talle enthält, so bildet es beim Fliessen einen sogenannten Schweif,d. h. es bildet längliche, thränenartige Tröpfchen, und lässt auf Glas undPorzellan eine graue Haut. Reines Quecksilber verändert ferner beimSchütteln mit Luft seine Oberfläche nicht, unreines dagegen bedeckt sichdabei ebenfalls mit einer grauen Haut.
Das Quecksilber kann übrigens leicht alle drei Aggregatzustände an-pd. nehmen; es verdunstet nämlich an der Luft schon bei gewöhnlicher Tem-
peratur merklich, noch rascher mit Wasserdämpfen; wird es erhitzt, sofängt es bei 360° C. an zu sieden und verwandelt sich in ein farblosesGas. Es lässt sich demnach destilliren. Es ist für den Arzt ganz beson-ders wichtig, zu wissen, dass das Quecksilber sich schon bei gewöhn-licher Temperatur merklich verflüchtigt, da die Quecksilber-dämpfe für die Gesundheit sehr nachtheilig sind und sich hier-aus die Vergiftungserscheinungen bei Individuen wie Barometermachern,Spiegelbelegern, Quecksilberminenarbeitern erklären, die den Quecksil-berdämpfen sehr ausgesetzt sind. Bei einer Temperatur von — 39" C.gefriert das Quecksilber, d. h. es wird fest und stellt dann ein dehnbares,geschmeidiges, mit dem Hammer leicht platt zu schlagendes Metall dar.
Wegen der Gleichförmigkeit der Ausdehnung des Quecksilbers beimErwärmen wird es bekanntlich zu Thermometern gebraucht; da es aberschon bei — 39° C. fest wird, so können Quecksilberthermometer zurMessung sehr niederer Temperaturen keine Anwendung finden, ja schonin Polargegenden, bei Polarreisen sind aus dem erwähnten Grunde Queck-