Druckschrift 
1 (1871) Lehrbuch der anorganischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
Entstehung
Seite
228
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

228 Metalloide.

siedend und sicli in ein Gas verwandelnd. Schmeckt sauer, heiss

bitter, sinkt in Wasser zu Boden, zersetzt sich aber damit allma*

. -t, licl) e

sehr gutes Lösungsmittel für Schwefel, von dem es bei gewöhn"

Temperatur 67 Proeent aufnimmt. _ .

Findet gegenwärtig eine ausgedehnte Anwendung zum Vulcan' 8

des Cautchouk. i.

Eine zweite Verbindung des Chlors mit Schwefel, das Scbwe

chlorid: Cl S oder Cl 2 So oder Cl, S, scheint nach neueren Untersuch" 150 ,

ein Gemenge von Schwefelchlorür mit einer chlorreicheren, noch " ,

isolirten Verbindung des Schwefels: Cl 2 S, zu sein. So wie man es d

fortgesetzte Einwirkung von Chlorgas auf Schwefelchlorür erhält, ste'

eine dunkelrothe, ununterbrochen Chlor ausstossende Flüssigkeit dar

1,625 specif. Gew., starkem unangenehmen Geruch und bei 64°C. si e

Das Licht scheint zersetzend darauf einzuwirken.

Schwefeloxy chlor id.

Syn.: Sulfarylchlorid.

so 2 ci 2

Atomistische Molekularformel.

: ß

Verbindungs- und Molekulargewicht = 135. Proc. Zusammensetzimg: Sc"23,70, Sauerstoff 23,70, Chlor 52,60.

/Mi

Farblose, bewegliche, erstickend riechende Flüssigkeit von 1,6a spGewicht, bei 77°C. siedend und sich in einen Dampf verwandelnd, <* .,Dichtigkeit = 4,668 gefunden wurde. Zerfällt mit Wasser so' 0 'Schwefelsäure und Salzsäure. s

Man erhält diese Verbindung durch Einwirkung des Sonnen' 10 ^auf ein Gemenge von trockenem schwefligsauren und Chlorgase, * ebeim Vermischen von Schwefelsäure-Anhydrid mit Phosphorchlorid :

S 2 0 6 + P Cl 5 = S 2 () 4 CL, '+ PCl 3 0,. ;j

Auch beim Erhitzen von schwefelsaurem Blei mit Phosphoroxy 0 ' 1wird diese Verbindung gebildet.

Chlor undSelen.

Chlor und Selen.

in''Mit Selen bildet das Chlor ganz ähnliche Verbindungen w ,e .J

Schwefel. Bis jetzt sind zwei bekannt: das Selenchlorür, Cl ^ e 2'.,i

ein Selensuperchlorür, Cl 4 Se._,. Sie verhalten sich im Allg elliel ..,.,

ähnlich den Schwefelverhindungen. Ausserdem ist ein Selenacichl" 1

Se ä Cl 4 ,Se 2 0 4 , eine Verbindung von Selenchlorür mit seleniger Säur«! ^

gestellt: eine gelblich gefärbte, bei 220°C. siedende Flüssigkeit vo»

specif. Gewicht, die in Wasser gelöst, in Salzsäure und selenig e

zerfällt.

>« W °U'C^iohv

Cr nde