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1 (1871) Lehrbuch der anorganischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Metalloide.

Liquide

schweflige

Säure.

Wässerigeschweflige

Säure,

ckungszufälle veranlassen. Thiere sterben in diesem Gase. Ebenso we"»wie die Respiration unterhält es die Verbrennung der Körper. Brenne 11Körper verlöschen in diesem Gase augenblicklieh (daher die Anwendu 11 »brennenden Schwefels als Feuerlöschmittel).

Das schwefligsaure Gas ist coercibel. Schon bei — 10° C. ohne AWendung stärkeren Druckes, ebenso aber auch ohne Anwendung vKälte bei einem Drucke von 3 Atmosphären, wird es zu einer düi' liefarblosen Flüssigkeit verdichtet, welche bei ihrer Verdunstung eine 1"von — 50°C. bis — 60°C. erzeugt und bei — 75°C. krystallii llsCerstarrt. Das speeifische Gewicht der liquiden schwefligen Sä° rist = 1,49.

Von Wasser wird das schwefligsaure Gas in grosser Menge absoi'b 11 'und zwar vermag Wasser von 8°C. sein 58,6faches Volumen von die seGase aufzunehmen. Die Auflösung desselben in Wasser: die wässei''oschweflige Säure, wahrscheinlich das Hydrat, d. h. die eigentu 0schweflige Säure: H 3 S^ 0 6 , enthaltend, besitzt Geruch und Geschmack "gasförmigen, nimmt aber an der Luft sehr raseh Sauerstoff auf und vewandelt sich in Schwefelsäure. Sowohl in gasförmigem Zustande als a u jin wässeriger Lösung besitzt die schweflige Säure die Eigenschaft, aviele gefärbte Pflanzen- und Thierstoffe bleichend zu wirken; die Fa rDder entfärbten Stoffe wird aber durch Behandlung mit stärkeren Säui'ßAether, ätherischen Oelen, Benzol und anderen Stoffen mehr, wieder h egestellt. Wegen dieser bleichenden Eigenschaft der schwefligen Si' uwerden die Dämpfe brennenden Schwefels als Bleichmittel bei Str°geflachten, bei Seide und Wollenzeugen, und zum sogenannten Seh*fein (Bleichen) des Hopfens angewandt.

Setzt man eine concentrirte Lösung von schwefliger Säure in W» sSelängere Zeit einer Temperatur von 0° aus, oder leitet mau schwefligst' 1 •Gas in Wasser, welches durch Einstellen in Eis oder Schnee erkältet lS 'so bildet sich eine blätterig-krystallinische Masse, eine chemische Verb 111 'düng der schwefligen Säure mit Wasser, welche nach der Formel S-j"*'30HO (?) zusammengesetzt zu sein scheint, doch schwanken die ADgaben über ihre Zusammensetzung. Bei -f- 4°C. schmelzen diese K 1 '*stalle unter Entweichen von schwefligsaurem Gas. Diese Verbindu 11 »scheint sich auch beim Erkälten von feuchtem schwefligsauren Gase u nbeim Verdampfen der liquiden schwefligen Säure zu bilden.

Die schweflige Säure wird durch Glühhitze nicht zersetzt. Erhitzt i» 9 "dagegen wässerige schweflige Säure in einem zugeschmolzenen Glasvo' 11bis auf 160°C. bis 200°C, so zerfällt sie in Schwefelsäure und Schweb 1 'letzterer wird dabei zum Theil als in Schwefelkohlenstoff unlöslicher, aItt ^pher, zum Theil als darin löslicher, krystallisirbarer erhalten. Ist zugl elC 'ein Metall zugegen, so bildet sich Schwefelmetall. Zum Sauerstoff besi* 0die schweflige Säure unter gewissen Bedingungen grosse Affinität, inde psie sich damit zu Schwefelsäure oxydirt, doch bleiben trockenes schweflesaures Gas und trockenes Sauerstoffgas gemengt, ohne alle Einwirkung al