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Die Philosophie der Chemie : Vorlesungen, gehalten im Collège de France
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gehen, die jetzt Allen geläufig sind, welche die Wis-senschaft cultiviren, zu der Theorie der chemischenProportionen und der atomistischen Theorie, welchewie die Lehre Lavoisiers der fortgesetzten Anwen-dung der Wage ihre Entstehung verdanken, undsich früher oder später seinem aufmerksamen Geistedargehoten hätten, oder aus seinen so außerordentlichgenauen Versuchen hervorgegangen wären.

Nicht allein war ihm die Ehre der Entdeckungdieser schönen Naturgesetze nicht vorbehalten, sondernsie haben sich auch der Welt nicht durch das Stu-dium der Verbindungen offenbart, welche am meistenseine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Man darf jetztsogar behaupten, dafs so lange man sich auschliefslichmit der Untersuchung der Körper beschäftigt hätte,welche Lavoisier und seine Zeitgenossen mit so vielemEifer und so grofser Ausdauer studirten, die Theorieder Aequivalente unbemerkt bleiben mufste.

Indem ich Ihnen die von Scheele und Priestleybeobachteten Thatsachen auseinandersetzte, und dievon Lavoisier entdeckten Gesetze vor Ihren Blicken dar-legte, habe ich Ihnen in der That gezeigt, wie ausdem Studium der binairen Sauersloffverbindungen, derSäuren und Basen, alle angeführten Gesetze hervorge-gangen sind. Die complicirtesten Verbindungen, dieSalze, erregten kaum die Aufmerksamkeit der Chemi-ker aus Lavoisiers Schule, und nachdem ihre Natureinmal erklärt war, beschäftigte man sich mit ihnennicht mehr.

Indessen können die Salze auch als wahre binaireVerbindungen betrachtet werden, d.h. als entstandenaus der Vereinigung einer Säure mit einer Basis, ohnevon der Natur dieser weiter zu sprechen. Was hin-derte, die Säuren und die Basen zu nehmen, sie miteinander in Berührung zu setzen, und die Resultate