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Die Philosophie der Chemie : Vorlesungen, gehalten im Collège de France
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aus nicht wahr ist, denn unter den Personen, welchehei diesem theatralischen Aufzuge figurirt haben sollen,findet sich auch Cuvier bezeichnet, welcher doch da-mals noch nicht in Paris war.

Eine bemerkensweii.be' Thatsacbe, welche, entstellt,jener AneVdote zum Grunde liegen kann, sind die Schritte)welche ein Mann, der sich nicht mit der Chemie be-schäftigte, der Doktor Halle, that, dessen Güte undMuth seine Freunde kannten. Halle erfahrt mit Schrek-ken, dafs Lavoisier gefangen genommen sei; mit zittern-der Hand verfafst er einen Bericht über seine Arbeiten,worin er versucht, die Dienste hervorzuheben, die jenerder Gesellschaft geleistet hatte; er las diesen Beriehtim Lyceum der Künste; er vertheilte diese Schrift; al-lein nichts hielt das schreckliche Tribunal auf.

Unter den Chemikern jener Zeit wagte nur eineinziger, thätig und eilend einzuschreiten; es war diesLoysel, der Verfasser eines schätzbaren Werkes übertlie Kunst der Glasbereitung. Aber diese Schritte wa-ren vergeblich, und es ist vielleicht am besten für dieEhre der Menschheit, die kalte, sardonische Antwort,welche er erhielt, in Vergessenheit zu begraben.

Einige werden sagen: Ja, Lavoisier's Tod war einabscheuliches Verbrechen; aber die Philosophie hat we-nigstens nichts verloren; sein System war vollständig,vollendet; er ruhte damals schon aus.

Ach, dieser Trost, so schwach er ist, fehlt unssogar.

Ohne Zweifel war der von Lavoisier gezogene Kreisgeschlossen; sicherlich wird der menschliehe Geist nochlange daran zu thun haben, ehe er ihn verläfst; aberweit entfernt, erschöpft zn sein, schien sein Genie mitneuem Feuer sich zu beleben, und seine Hand hallejene Ketten, welche er uns geschmiedet hat, erleichtert,indem sie damit spielte.