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Die Philosophie der Chemie : Vorlesungen, gehalten im Collège de France
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war zu tluin? Denken Sie sich den grofsen Mann ge-ächtet, plötzlich isolirt, durch dies fürchterliche Dekretschon aus der Gesellschaft gerissen; nicht wagend, in seineWohnung zurück zu kehren, irrte er in demselben Parisumher, wo es keinen Zufluchtsort mehr für ihn gab,den er zu erreichen wagen durfte, denn er zog denTod nach sich.

Der Zufall tiefs ihn einen Mann begegnen, den Siegekannt haben, einen Mann von Herz, unsern altenLucas von der Akademie und dem Pflanzengarten.Lucas nahm Lavoisier, führte ihn mit sich, und verbargihn im Louvre in dem abgelegensten Zimmer des Se-kretariats der Akademie der Wissenschaften, welche selbstschon vernichtet war. Ein rührender Umstand, als obdie Akademie, welche Lavoisier so oft verherrlicht, aufwelche er einen so grofsen Glanz geworfen hatte, sichplötzlich bei der ihm drohenden Gefahr wieder ernm-thigt hätte, ihren Schofs öffnete, um darin ihren Viel-geliebten zu verbergen, oder wenigstens die feierlichenGedanken seiner letzten Stunden zu sammeln.

Lavoisier blieb einen oder höchstens zwei Tage indiesem Zufluchtsort; er hörte, dafs seine Amisgenossen,sein Schwiegervater festgenommen seien. Er zaudertenicht, entrifs sich dem Asyl, welches man ihm eröffnethatte, und stellte sich als Gefangener. Am 6. Mai ward erzum Tode verurtheilt, und am 8., dem Tage traurigenAndenkens, bestieg er das Schaffot.

Das Tribunal, wenn man anders diesen Namen somifsbrauchen darf, zögerte keinen Augenblick; ihm warLavoisier nichts als eine Zahl. Nicht Lavoisier hatteman verdammt, sondern den Generalpächter Numerofünf, ohne weitere Bemerkung, und vielleicht war dieseunvorhergesehene Gleichgültigkeit die Ursache seinesVerderbens. Andere entgingen derselben Gefahr ver-möge der lebhaftesten Schritte, welche man that; aber

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