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den der Chemie; die Mitte des Tages, welche den Ge-schäften gewidmet war, brachte er damit zu, sich alsMann von Pflicht und Ehre der Pflichten zn entledigen,welche sein Amt ihm auferlegte. Der Sonntag aber,dieser Tag der Ruhe, war für ihn ein Tag vollkomme-nen Glücks; er verbrachte ihn in seinem Laboratorium,und dort fanden die Versammlungen statt, deren Anden-ken unsere Väter bewahrt haben. An diesem Tage em-pfinger mit unbegrenztem Wohlwollen alle jungen Leute,welche durch ihre chemischen Kenntnisse aus seinemUmgange Nutzen ziehen konnten. Er versammelte hieralle Gelehrten seiner Zeit, französische sowohl wie fremde,um sich; nicht minder alle Künstler, deren Mitwirkungbei der Vervollkommnung seiner genauen Versuche täg-lich unerläfslicher wurde. In diesen Versammlungenbrachten früher oder später die berühmtesten MännerLavoisier den Tribut ihrer Bewunderuug dar; dort wares, v, T o er die Verhandlungen, welche sich über dieschwierigsten Punkte der Wissenschaft erhoben, nach-dem er sie mit einem Gleichmuth angehört hatte, deran Gleichgültigkeit zu grenzen schien, fast stets durcheine Aeufserung seiner Meinungen endigte, welche Jederanzunehmen sich beeilte. Aber bei welchem seiner Zeit-genossen halte man wie bei ihm so viele Eigenschaftenvereinigt gefunden, die ruhige Ideenfolge, den logischenGeist, die glänzende und dabei geregelte Einbildungs-kraft, und vor allen die Kunst zu experimentiren in ei-nem seitdem nicht überschrittenen Grade?
Lavoisier war im Jahre 1768 in einem Alter vonfünf und zwanzig Jahren in die Akademie der Wissen-schaften eingetreten; er trat an die Stelle Barons, eineswenig bekannten Chemikers. Sie werden leicht be-greifen (denn ein Beispiel ähnlicher Art hat sich vorunseren Augen wiederholt) dafs Lavoisier, welcher inder Wissenschaft schon einigen Buf besafs, und bereits
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