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Die Philosophie der Chemie : Vorlesungen, gehalten im Collège de France
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gründern der qualitativen Analyse, und insbesondereder auf nassem Wege gehöre, einer Art von Untersu-chungen, für welche sich der Geschmack auf die nach-folgenden schwedischen Chemiker fortgepflanzt hat.

Wir verdanken keinesweges Priestley die Entdek-kung einer Methode zur Aufsammlung der Gasarten.Andere halten schon vor ihm dies verstanden, Niemandhatte jedoch bemerkt, wie häufig ihre Bildung, nndwie verschieden ihre Natur ist: er allein wufste sieüberall, wo sie sich bildeten, zu ergreifen. Priestleyhat uns aufserdem mit einer ganz neuen Kunst, derje-nigen nämlich, gasförmige Stoffe, ungeachtet ihres ela-stisch-flüssigen Zustandes, mit anderen Substanzen inBerührung zu setzen, bekannt gemacht, und dieseKunst besafs er in dem Grade, dafs fast alle Methoden,welche wir heut zu Tage bei der Behandlung der Gaseanwenden, sich schon bei ihm beschrieben linden.

Dasselbe Jahr 1770, welches die ersten ArbeitenScheele's und Priestley's entstehen sah, zu denen manzurückgehen mufs, um die ersten Grundzüge des eigen-thümlichen Genies beider grofsen Männer zu finden,dieses nämliche Jahr ist durch die erste chemische Ab-handlung von Lavoisier bezeichnet, in welcher es sichum eine sehr einfache Untersuchung handelt. Wennman jedoch die Methode des Verfassers aufmerksamprüft, so erkennt man mit Erstaunen, dafs der jungeLavoisier gleich seinen beiden berühmten Mitbewerbernschon, und zwar allein, die Methode und das Instru-ment besitzt, dessen fortwährende Anwendung alle seinespäteren Untersuchungen charakterisirt.

Lavoisier versucht in dieser Abhandlung eine Fragevon der gröfsten Wichtigkeit zu beantworten; es han-delt sich darum, zu wissen, ob das Wasser die Eigen-schaft besitzt, sich in Erde zu verwandeln, oder nicht.Man begreift sehr wohl, dafs für ihn, welcher die Ideen

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