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anzuführen. „Je mehr Geist der Mensch besitzt, destostarker hält er an seinen Irrthüincrn fest, während seinGeist nur dazu dient, ihn zu betrügen, indem er ihmdie Mittel darbietet, der Kraft der Wahrheit entgegenzu streben." Nach dieser Rechnung müfste in Wahr-heit niemals ein Mensch soviel Geist wie Priestley ge-habt haben, denn niemals hat ein Mensch seinen Irr-thümern mehr angehangen als er.
In der That, nach so vielen glänzenden Entdek-kungen, nach der Beobachtung einer Menge von That-sachen, welche mit der phlogistischen Theorie im Wi-derspruch standen, besaß er doch einen so grofsenStarrsinn im Festhalten an dieser Theorie, dafs er inbeharrlicher Unbufsfertigkeit gestorben ist. Er starbals Phlogistiker und als der einzige Anhänger seinerAnsichten; er, dessen Meinungen einige Jahre vorherin Europa Gesetze zu geben schienen. Welch ein Ge-gensatz!
Im Jahre 1776 waren seine Entdeckungen ein Ge-genstand der Bewunderung aller Gelehrten, und erreg-ten eine aufserordentlichc Spannung. Seine Beobach-tungen über das Sauerstoffgas, die außergewöhnlichenEigenschaften dieses Gases, hatten die kühnsten Hof£-nungen erweckt, welche er selbst, niemals theilte. Daman sah, dafs dieser Körper allein das zum Athmentaugliche Prinzip der Luft sei, da man ihn die Verbren-nung, deren Beziehungen zum Respirationsprozeß mandamals schon aufgefafst hatte, mit so großer Energiehervorrufen sah, so erwartete man von seinen Untersu-chungen die Mittel, das Alter zu verjüngen, die Lebens-kräfte zu erhöhen, ja man versprach sich fast Unsterb-lichkeit von ihnen.
Im Jahre 1796 trat dieser Mann, dessen Autoritätin der Wissenschaft so grofs gewesen war, und den dergrofse Haufe zur Aenderung unseres Schicksals auserse-