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Die Philosophie der Chemie : Vorlesungen, gehalten im Collège de France
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Endlich konnte er jedesmal, wenn ein Körper durcheine höhere Temperatur verändert wurde, sieh fragen,oh diese Veränderung nicht von einer Gasentwiekclunghegleitct werde, und seine Apparate gaben ihm sehrbald eine bestimmte Antwort.

So zeigt das Aufbrausen eine Entwiekehing vonGas an, die Destillation liefert dasselbe nicht selten;Rotligliilihitze treibt es aus einer Menge von Körpernaus; dies sind die von Priestley befolgten Regeln. Esist folglich leicht, den Faden zu finden, welcher ihn'fortwährend geleitet hat; aber es war mithin kein blin-der Zufall, der ihn führte. Dennoch konnte er sich indieser Beziehung täuschen lassen, denn seine ziemlicheinfachen Ideen konnten auch von Solchen begriffenund angewendet werden, denen die chemischen Kennt-nisse seiner Zeit fremd waren.

Ebenso wie dieses mit Beharrlichkeit durchgeführteRaisonnement ihn so viele neue Gasarten hat auffindenlassen, so waren auch einige sehr einfache Betrachtun-gen hinreichend, ihn bei den Versuchen zur Bestim-mung ihrer allgemeinen Eigenschaften zu leiten. Sobeschränkt, erregten seine Versuche noch eine lebhafteNeugierde, denn die gewöhnlichsten Eigenschaften derGasarten, welche uns umgeben, waren damals noch un-bekannt; man mufs sich hieran erinnern, um das ganzeInteresse der geringfügigsten Prüfungen zu verstehen,denen Priestley sie unterwerfen zu müssen glaubte. UeherKörper, die für die Wissenschaft so neu, und gröfsten-Üieils so fremdartig waren, hatten alle Versuche Inter-esse, und oft selbst einen hohen Wcrth. Es war inder That wenig daran gelegen, ob sie einer mächtigenLogik oder dein Zufall ihre Bestimmung verdanken:seine Arbeiten über die Gasarien, und die atmosphäri-sche Luft insbesondere werfen deshalb nicht wenigerein unerwartetes Licht auf die gewöhnlichen Erschei-

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