Druckschrift 
2 (1898)
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175
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Erste Hilfefeistung.

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5. Ist der Scheintod te nicht erstarrt, sondern bloss kalt, so legt man indie Achselhöhlen, zwischen die Ober- und Unterschenkel, an die Fusssohlen,heisse, in Tücher eingehüllte Teller, Dach- oder Mauerziegel, oder mit heissemWasser gefüllte und zugestopfte Flaschen (Plutzer).

6. Sich selbst überlassenc Nichtärzte müssen dem durchwärmten Schcin-todten abwechselnd

a) mittelst eines Fächers oder Blasbalges frische Luft in das Gesicht wehen;

b) aus einiger Entfernung kaltes Wasser in das Gesicht und auf die Brustspritzen;

c) auch hier ist die Wiederbelebung durch das sub I. 9, 10 und 11 an-geführte Verfahren anhaltend anzustreben;

d) dem Wiederbelebten, wenn er schlingen kann, eine Schale voll Theemit etwas Wein oder warmes Bier esslöffelweise einflössen, und ihn inein bequemes Bett mit einer hohen Kopfunterlage zur Buhe bringen.

IV. Behandlung der in schädlichen Luftarten Erstickten.

1. Der Erstickungstod kann herbeigeführt worden: durch das Verweilenin geschlossenen Bäumen, in welchen sich schädliche Luftarten entwickeln undanhäufen; dahin gehören der Dampf von glimmenden Holz- und Steinkohlen;das Kohlensäuregas des in Gäbrung befindlichen Weines, Bieres, Obstmostes,das Leuchtgas, die Dämpfe der erhitzten Schwefel-, Salpeter-, Salzsäure, desPhosphors, des flüchtigen Laugensalzes, die Luftarten, welche sich in Brunnen,Gruben, Lnrathscanälen und in ähnlichen Bäumen dann vorfinden, wenn sielange Zeit verschlossen geblieben und nicht gelüftet worden sind.

2. In einem solchen Balle muss dem Scheintodten vor Allem frische Luftzugeführt werden durch Oeffnen der Fenster und Thüren, besonders aberdadurch, dass er von dem Orte, in welchem er sich befindet, hinweg und indie freie Luft gebracht wird.

3. Bevor er aber von Jemand herausgeholt wird, ist es gut, z. B. inden Keller mit einer gährenden Flüssigkeit nach vorausgegangener Eröffnungder Kellerfenster und Thüren Kalkwasser hineinzugiessen, oder in Brunnen,Gruben etc. mittelst einer entsprechenden Vorrichtung brennendes Stroh,brennende Holzspäne herabzulassen.

4. Der Bettende wird mit einem in Essig getauchten, vor den Mundgebundenen Schwämme auf einem Knebel reitend und in einer Kurbel langsamherabgelassen, und hat einen oben festgehaltenen Strick noch besonders umden Leib zu binden, damit er leicht ein Zeichen geben kann, wenn er herauf-gezogen werden will. Er lässt sich aber nur so lange herab, als eine mit-genommene brennende Kerze, Fackel, ein brennender Kienspan nicht vonselbst erlischt.

5. Der aus der schädlichen Luft geschaffte Scheintodte wird, ohne ihnstark zu rütteln, in einem kühlen, mit reiner Luft gefüllten Zimmer, beigünstigem Wetter im Freien, mit erhöhtem Kopfe auf die Erde gelegt.

6. Hierauf muss der Kopf, im Winter mit Schnee gerieben und zu eineranderen Jahreszeit mit kalten Umschlägen belegt, oder mit kaltem Wasser be-gossen, aus einiger Entfernung damit bespritzt, der Körper mit einem erwärmtenLeintuche, wie mit einem Mantel umhüllt werden.

Auch sind Essigwaschungen und Einflössung von Essig mit Wasservorzunehmen.