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Erste Hilfeleistung
fliessen kann, was am Besten gelingt, wenn der Körper der Länge nach mitdem Bauche nach abwärts auf ein Brett gelegt, und ihm durch das Emporhebendes einen Brettendes jene schiefe Lage gegeben wird, wobei man die Stirne mitder Hand unterstützt und etwas nach aufwärts haltet.
Man unterlasse es, den Ertrunkenen auf den Kopf zu stellen, oder überein Fass zu legen.
4. Der Scheintodte wird nun auf einer bequemen Bahre mit erhöhtemKopfe auf dem Bücken liegend an den geeigneten Bettungsort gebracht, umihm hier vor Allem, nach vom Leibe getrennten Kleidern, den zum Wiederauf-leben erforderlichen Grad von Wärme mitzutheilen.
5. Hat sich der Sturz in das Wasser zur Winterszeit ereignet, und hatder Körper die Steifigkeit eines Erfrorenen, so muss dieser vorher in Schneeoder eiskaltem Wasser aufgethaut und ihm dann mit der in Nr. I angegebenenVorsicht der nöthige Wärmegrad nur nach und nach mitgetheilt werden.
6. Wird dieses Geschäft im Freien, nahe an einem Flusse vorgenommen,so belogt man entweder
a) die Scheinleiche mit an der Sonne durch wärmtem Sand bis an den Halsund vertauscht diesen von Zeit zu Zeit mit wärmerem, oder
b) man legt sie frei an die Sonne mit erhöhtem Kopfe, oder setzt sie aneine Wand, wobei der Kopf vor andauernder Einwirkung der unmittel-baren Sonnenstrahlen zu schützen ist.
7. Wird das Erwärmen in einem Gebäude vorgenommen, so legt man
a) den Schointodten auf eine durchwärmte Matratze oder auf solche wolleneDecken, hülle ihn auch in solche durchwärmte Decken ein, oder
b) man bringt denselben in ein bis zum Brustkorb reichendes warmes Bad,in halbsitzender Stellung mit blossem Kopfe, Halse und Brust, wascheletztere und den Bücken mitunter mit warmem Wasser.
8. Um das Athomholen wieder herzustellen, ist sich nach dem sub I. 9,10 und 11 Angeführten zu benehmen.
9. Wiederbelebte dieser Art bedürfen wegen der leicht eintretendenRückfälle in den leblosen Zustand immer sehr sorgfältiger Behandlung, undbis zu ihrer Herstellung einer guten Pflege.
I.
III. Behandlung der Erhängten und Erwürgten.
1. Ein Erhängter muss eiligst und mit der Vorsicht losgeschnitten werden,dass man seinen Leib mit dem einen Arme oder ein Gehilfe denselben mitbeiden Armen umfasst und dann erst den Strick am oberen Ende durchschneidet,damit er nicht durch einen Fall auf den Boden beschädigt werde.
2. Man befreie vor Allem seinen Hals von dem Stricke, Würgebande undHalstuche, lüfte den Halskragen, die Hemdärmel, die Weste, Beinkleider, die Schnür-brust, Böcke und Strumpfbänder, ziehe ihm alle fest anliegenden Kleider aus.
3. Man schaffe ihn sodann auf einer Trage mit durch eine Unterlageunterstütztem und erhöhtem Kopfe an den geeigneten Bettungsort, bei warmerJahreszeit und günstiger Witterung lieber unter freien Himmel, als in einedunstige Stube; lege ihn mit erhöhtem Kopfe auf ein allenthalben frei stehendesBett und hülle ihn in eine leichte Decke.
4. Um seinem Körper den nöthigen Grad der Wärme mitzntheilen, müsstedieser, wenn er in strenger Winterkälte erstarrt wäre, vorher im Schneebetteaufgethaut und mit der bei der Behandlung der Erfrorenen angegebenen Vorsichtnur allmälig erwärmt werden.