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Lehrbuch der physiologischen und pathologischen Chemie : in 29 Vorlesungen für Ärzte und Studirende
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Achte Vorlesung.

Die Milch und die Ernährung des Säuglings.

In unseren bisherigen Betrachtungen über die Nahrungsstoffehaben wir bereits mehrfach auch der Milch erwähnen müssen, der-jenigen Nahrung, welche die Natur selbst für den wachsenden Orga-nismus bereitet hat. Wir kommen nun noch einmal im Zusammen-hang auf diesen Gegenstand zurük.

Auf der folgenden Tabelle stelle ich die Ergebnisse der bisherigenMilchanalysen 1 ) zusammen:

1) Für die Stuten-, Binder-, Ziegen- und Schafsmilch habe ich die Durch-sehnittswerthe gewählt, welche J. König in seinerChemie der menschlichenNahrungsmittel" Aufl. 3. Berlin 1889 berechnet hat. Durch die grosse Zahl derin neuerer Zeit nach zuverlässigen Methoden ausgeführten Analysen werden diewenigen älteren und weniger zuverlässigen Analysen verdeckt. Bei der Schweine-milch habe ich mir erlaubt, von den 9 bei König zusammengestellten Analysennur die 4 in neuerer Zeit ausgeführten zur Berechnung der Durchschnittszahlenzu verwerthen, weil bei den älteren Analysen offenbar in Folge unvollständigerExtraction des Casemniederschlages mit Aether die Zahlen für das Fett zuniedrig und für das Casein zu hoch ausgefallen sind. Aus demselben Grundehabe ich für die Hundemilch nur zwei Analysen meines Schülers Fr. Pköscheebenutzt, welcher das Fett mit Hülfe des Soxiilet' sehen Extractionsapparatesvollständig ausgezogen hatte (Z. f. physiol. Chem. Bd. 24. S. 290. 1897). DieAnalyse der Kaninchenmilch ist von A. Pizzi (Le staz. sperim. agric. ital. T. 26.p. 615. 1894), die der Bennthiermilch von Fr. Werenskiold (ChemikerzeitungBd. 19. 1895), die der Delphinmilch von Frankland (The chemical News.Vol. 61. p. 63. 1890) ausgeführt worden. Für die Milch der übrigen Thierehabe ich dem Werke König's die Durchschnittszahlen aus den wenigen bis-herigen Analysen entnommen. Was schliesslich die Frauenmilch betrifft, sosind fast alle Analysen nach ungenauen Methoden ausgeführt worden. Es scheintmir nach eingehender Prüfung, dass die Analysen der folgenden drei Autorendas meiste Vertrauen verdienen: 1) Emil Pfeiffer, Jahrb. f. Kinderheilkunde.Bd. 20. S. 389. 1883; 2) Julius Lehmann, Pflüger's Arch. Bd. 56. S. 577. 1894;3) Söldner, Zeitschr. f. Biologie. Bd. 33. S. 66. 1896. Die von den drei genanntenAutoren gewonnenen Durchschnittszahlen sind auf der folgenden Tabelle alsNr. I, II und III getrennt aufgeführt. Wir dürfen uns auf diese Zahlen um somehr verlassen, als sie nach ganz verschiedenen Methoden gewonnen wurden unddoch sehr gut unter einander übereinstimmen. Die Aschenanalysen finden sich beiG. Bunge, Zeitschr. f. Biologie Bd. X. S. 295. 1874 und bei Fr. Pröscher, 1. c.

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