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Lehrbuch der physiologischen und pathologischen Chemie : in 29 Vorlesungen für Ärzte und Studirende
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Die Nahrungsstoffe des Menschen. Eiweissstoffe.

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ist es gelungen, die Krystallo'ide der Paranuss (Bertholletia excelsa)umzukrystallisiren. Dieselben lösten sich in Wasser bei 4050 ° C. undbeim Einengen der Lösung schied sich das Eiweiss in Krystallenaus. Schmiedebeeg ') stellte krystallüiische Verbindungen desselbenEiweisskörpers mit alkalischen Erden dar: die Krystallo'ide werdenin destillirtem Wasser von 3035 ° C. zum grössten Theil gelöst. Inder filtrirten klaren Lösung entsteht beim Durchleiten von Kohlen-säure ein Globulinniederschlag. Wird dieser Niederschlag mit Mag-nesia und Wasser behandelt, so geht die Magnesiaverbindung desGlobulins in Lösung. Aus dieser Lösung scheiden sich, wenn sie bei3035 ° C. eingeengt wird,mohnkorngrosse, vorzüglich ausge-bildete, eigenthümlich glitzernde polyedrische Krystalle" aus dieMagnesiumverbindung des Globulins. Setzt man zur Lösung vor demEinengen ein wenig Chlorcalcium oder Chlorbaryum, so erhält manin feinen Krystallen das Calcium- und Barymsalz des Globulins.

Dass die dargestellten Krystalle nicht freies Eiweiss, sondernVerbindungen des Eiweiss mit Stoffen von bekanntem Atomgewichtesind, gewährt den grossen Vortheil, dass wir im Stande sind, durcheine genaue Analyse dieser Verbindung das Moleculargewicht desEiweiss zu bestimmen.

Dbechsel 2 ) fand in den nach Schmiedebeeg's Angaben dar-gestellten und bei 110 ° C. getrockneten Krystallen der Magnesiaver-bindung 1,40 °/ 0 MgO. Daraus berechnet sich das Moleculargewichtdes Eiweisses:

x

40

1001,401,4

2817.

Bei folgender Abänderung des ScHMiEDEBEEG'schen Verfahrensgelang es Deechsel noch besser die Magnesiaverbindung zur Kry-stallisation zu bringen. Statt die Lösung einzuengen, brachte er sie ineinen Dialysator und setzte diesen in absoluten Alkohol. Aus derLösung schieden sich in dem Maasse, als Alkohol an die Stelle desHassers trat, allmählich krystallinische Körner ab. Die Magnesia-bestimmung in den bei 110 ° C. getrockneten Krystallen ergab 1,43 °/ 0MgO, also nahezu ebensoviel wie im ersten Präparat. Das Mole-culargewicht des Eiweisses berechnet sich hieraus = 2757. DerWassergehalt der beiden Präparate war dagegen ein ungleicher. Daserste Präparat hatte bei 110 ° C. 7,7 % Wasser abgegeben, das zweite!3,8 %,

1) O. Schmiedeberg, Zeitschr. f. physiol. Chem. Bd. 1. S. 205. 1877.

2) E. Dkechsel, Journ. f. prakt. Chem. N. F. Bd. 19. S. 331. 1879.